Oostenburg: Die Werft der VOC

Why is it significant?

Um dich herum siehst du heute Wohnblöcke, ein paar alte Industriehallen und viel Wasser. Nichts davon schreit nach Weltgeschichte. Doch du stehst auf Oostenburg, und ab den 1660er-Jahren war diese ganze Insel das Reich der VOC.

Key Facts

PlaceOostenburg: Die Werft der VOC
AddressOostenburgervoorstraat, 1018 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36940, 4.92290
Part of WalkAmsterdam und die VOC: Hafen, Handel und die Schattenseite des Goldenen Zeitalters
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Um dich herum siehst du heute Wohnblöcke, ein paar alte Industriehallen und viel Wasser. Nichts davon schreit nach Weltgeschichte. Doch du stehst auf Oostenburg, und ab den 1660er-Jahren war diese ganze Insel das Reich der VOC. Hier lagen ihre Hellinge, ihre Lagerhäuser, ihre Schmieden und ihre Seilerbahnen, eine Fabrik für Schiffe, lange bevor es das Wort Fabrik gab.

Ein großer Ostindienfahrer brauchte Hunderte Eichenstämme, Kilometer von Tauwerk, Tonnen von Eisen, Segeltuch, Teer und Kanonen. Das meiste Holz kam übrigens nicht aus Holland, wo kaum Wald stand, sondern über Rhein und Ostsee, auch aus deutschen Wäldern. Ganze Flöße aus Baumstämmen trieben den Rhein hinunter. Auch Hanf für das Tauwerk und Teer kamen aus dem Ostseeraum. Ein Stück Schwarzwald und Westfalen segelte also mit nach Asien.

Das gewaltigste Gebäude der Insel war das Zeemagazijn der VOC, ein riesiges Lagerhaus für alles, was eine Flotte brauchte. Es ist längst verschwunden, aber der Straßenname Zeemagazijnkade hält die Erinnerung wach. Die Seilerbahn war so lang, dass die Seiler beim Drehen der Taue Hunderte Meter rückwärts gingen. Auf der Werft arbeiteten Hunderte Männer im Takt der Glocke, Zimmerleute, Seiler, Schmiede, Kalfaterer, die die Fugen mit Werg und Teer abdichteten.

Als die VOC 1799 aufgelöst wurde, übernahm der Staat ihr Erbe. Im neunzehnten Jahrhundert zog die Industrie ein: Wo einst Holzschiffe entstanden, baute man nun Dampfmaschinen, Lokomotiven und Schiffsmotoren. Die großen Hallen aus der Zeit um 1900, die du hier noch siehst, erinnern an diese zweite Blüte. Heute wohnen und arbeiten auf der Insel wieder Menschen, und kaum einer ahnt, was unter dem Pflaster liegt.

Stell dir vor, wie hier ein frisch gebauter Rumpf ins Wasser glitt, unter dem Jubel der Werftarbeiter. Einer der Männer, die im Jahr 1697 auf dieser Werft mit anpackten, war allerdings kein gewöhnlicher Zimmermann. Er hätte sich die Hände nie schmutzig machen müssen... und wollte es trotzdem. Geh ein kurzes Stück weiter nach Osten, in die Czaar Peterstraat. Ihr Name verrät schon, um wen es geht.

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