Kattenburg und das Marineterrein: Die Werft der Admiralität
Why is it significant?
Hinter der langen Mauer und dem Tor zu deiner Linken liegt ein Gelände, das die meisten Amsterdamer jahrhundertelang nur von außen kannten: das Marineterrein, die alte Werft der Kriegsmarine. Und die Insel unter deinen Füßen, Kattenburg, hat es früher gar nicht gegeben.
Key Facts
| Place | Kattenburg und das Marineterrein: Die Werft der Admiralität |
|---|---|
| Address | Kattenburgerstraat 5, 1018 JA Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37400, 4.91750 |
| Part of Walk | Amsterdam und die VOC: Hafen, Handel und die Schattenseite des Goldenen Zeitalters |
| Generated | Generated |
Hinter der langen Mauer und dem Tor zu deiner Linken liegt ein Gelände, das die meisten Amsterdamer jahrhundertelang nur von außen kannten: das Marineterrein, die alte Werft der Kriegsmarine. Und die Insel unter deinen Füßen, Kattenburg, hat es früher gar nicht gegeben. Sie wurde Mitte des siebzehnten Jahrhunderts aufgeschüttet, als die boomende Hafenstadt mehr Platz für Schiffbau brauchte. Das geschah im Zuge derselben großen Stadterweiterung, die auch den berühmten Grachtengürtel hervorbrachte.
Eigentlich entstanden damals gleich drei Inseln, und jede hatte ihre eigene Aufgabe. Auf Kattenburg baute die Admiralität ihre Kriegsschiffe, auf Wittenburg lagen private Werften, und auf Oostenburg richtete sich die VOC ein. Drei Inseln, drei Arbeitgeber, und dazwischen ein ganzes Volk aus Zimmerleuten, Seilern, Schmieden und Matrosen. Wer hier wohnte, roch jeden Tag nach Teer, Holz und Brackwasser.
Die Schiffszimmerleute nannte man in Amsterdam die Bijltjes, die kleinen Beile, nach ihrem wichtigsten Werkzeug. Sie waren stolz, rau und gefürchtet, und sie hielten treu zum Haus Oranien. Als die Republik im achtzehnten Jahrhundert zwischen Oranientreuen und Patrioten zerrissen wurde, kam es 1787 auch hier auf Kattenburg zu blutigen Straßenkämpfen. Die Werftarbeiter verteidigten ihre Insel wie eine Festung.
Die Marine blieb über drei Jahrhunderte. Um ihr Gelände herum aber veränderte sich alles. In den Sechzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden die alten, engen Gassen von Kattenburg fast vollständig abgerissen und durch moderne Wohnblöcke ersetzt. Ältere Kattenburger erzählen bis heute mit Wehmut von der alten Insel. Viele alte Familien zogen weg, und mit ihnen verschwand ein Stück Hafenkultur, das sich in keinem Museum ausstellen lässt.
Seit einigen Jahren ist ein Teil des Marineterreins für alle geöffnet. Wo früher Wachen standen, arbeiten heute Start-ups, und im Sommer springen Leute ins alte Hafenbecken. Mitten in der Stadt liegt plötzlich ein Stück Hafen, das du betreten darfst. Die Mauer aber steht noch, als würde sie sich an früher erinnern. Geh jetzt die Kattenburgerstraat nach Süden, über die Brücke hinüber nach Wittenburg, bis zu einer Backsteinkirche mit einem kleinen Türmchen auf dem Dach.