Artis: Verstecke hinter dem Affenfelsen
Why is it significant?
Hinter dem Zaun hörst du vielleicht schon Vogelrufe oder das Schnauben großer Tiere: Das ist Artis, der älteste Zoo der Niederlande, gegründet 1838.
Key Facts
| Place | Artis: Verstecke hinter dem Affenfelsen |
|---|---|
| Address | Plantage Kerklaan 38-40, 1018 CZ Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36620, 4.91650 |
| Part of Walk | Amsterdams Jüdisches Viertel und die Plantage: Synagogen, Widerstand und Erinnerung |
| Generated | Generated |
Hinter dem Zaun hörst du vielleicht schon Vogelrufe oder das Schnauben großer Tiere: Das ist Artis, der älteste Zoo der Niederlande, gegründet 1838. Über dem Eingang stehen die Worte Natura Artis Magistra, die Natur ist die Lehrmeisterin der Kunst, und die Amsterdamer haben sich einfach das Wort Artis gemerkt.
Artis war von Anfang an mehr als ein Tierpark. Die drei Gründer wollten eine Gesellschaft für Wissenschaft und Bildung, mit Bibliothek, Museum und später einem Aquarium. Mitglieder flanierten sonntags zwischen den Gehegen, hörten Konzerte und bestaunten die Tiere, die Amsterdams Schiffe aus aller Welt mitbrachten. Lange kamen fast nur zahlende Mitglieder hinein, und die Mitgliedskarte war ein Statussymbol des Bürgertums. Das Aquariumgebäude von 1882 gehört bis heute zu den ältesten öffentlichen Aquarien der Welt.
Im Krieg wurde der Zoo zu einem Versteck. Nach heutigen Schätzungen hielten sich über die Jahre rund hundertfünfzig Menschen hier verborgen: Juden, Widerstandskämpfer, junge Männer, die nicht zur Zwangsarbeit nach Deutschland wollten. Sie schliefen in Ställen, Lagerräumen und zwischen Futtervorräten. Ein Tierpfleger erzählte später, wie er bei einer Razzia jüdische Nachbarn zum Affenfelsen brachte und ein Brett über das Wasser legte. Dass dort Menschen saßen, ahnten die Deutschen nicht.
Und das mitten zwischen zwei Polen der Besatzung: auf der einen Seite die Hollandsche Schouwburg, auf der anderen das Gebäude des heutigen Tropenmuseums, in dem deutsche Polizei untergebracht war. Mut sah hier manchmal ganz unscheinbar aus, wie ein Tierpfleger mit einem Brett unter dem Arm. Auch die Tiere litten: Im Hungerwinter 1944 auf 1945 fehlte das Futter, und die Pfleger kämpften um jedes Gehege.
Heute ist Artis wieder ein Ort für Familien, und kaum ein Besucher ahnt, was am Affenfelsen geschah. Wenn du an den alten Ställen vorbeigehst, denk daran, dass jeder Schuppen damals auch ein Versteck sein konnte. Geh jetzt zum Haupteingang an der Plantage Kerklaan. Fast direkt gegenüber steht ein Gebäude mit Säulen und dem stolzen Namen Plancius.