Oost-Indisch Huis: Das Hauptquartier der VOC
Why is it significant?
Durch das Tor an der Oude Hoogstraat trittst du in einen ruhigen Hof aus rotem Backstein und hellem Sandstein. Studenten schieben ihre Räder vorbei, jemand sitzt mit einem Buch auf der Treppe. Nichts hier wirkt nach Weltgeschichte.
Key Facts
| Place | Oost-Indisch Huis: Das Hauptquartier der VOC |
|---|---|
| Address | Oude Hoogstraat 24, 1012 CE Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.37090, 4.89740 |
| Part of Walk | Amsterdam und die VOC: Hafen, Handel und die Schattenseite des Goldenen Zeitalters |
| Generated | Generated |
Durch das Tor an der Oude Hoogstraat trittst du in einen ruhigen Hof aus rotem Backstein und hellem Sandstein. Studenten schieben ihre Räder vorbei, jemand sitzt mit einem Buch auf der Treppe. Nichts hier wirkt nach Weltgeschichte. Dabei haben diese Fenster, Giebel und Tore schon Kapitäne, Schreiber und Aktionäre kommen und gehen sehen. Und doch ist das Oost-Indisch Huis, gebaut ab 1606, das Hauptquartier der Vereinigten Ostindischen Kompanie gewesen.
Die VOC wurde am 20. März 1602 gegründet, und sie war etwas völlig Neues. Jeder konnte Anteile zeichnen, nicht nur reiche Kaufleute, sondern auch Handwerker und sogar Dienstmägde. Allein in Amsterdam trugen sich über tausend Menschen ein. Die Anteile ließen sich weiterverkaufen, und so entstand an der Amstel eine der ersten Börsen der Welt. Man nennt die VOC deshalb oft die erste Aktiengesellschaft der Geschichte.
Hier tagten die Heeren XVII, die siebzehn Herren, abwechselnd mit Middelburg in Zeeland. Der Staat hatte ihnen ein Monopol auf den Handel östlich des Kaps der Guten Hoffnung gegeben, dazu das Recht, Krieg zu führen und Festungen zu bauen. Das wertvollste Gut war Muskat, und der wuchs damals nur auf den winzigen Banda-Inseln. 1621 eroberte Generalgouverneur Jan Pieterszoon Coen die Inseln. Die Bewohner wurden getötet, versklavt oder vertrieben, von vielen Tausend blieb nur ein Bruchteil. Danach arbeiteten Versklavte auf den Muskatplantagen der Kompanie.
Coen wurde in den Niederlanden lange als Held verehrt. In seiner Geburtsstadt Hoorn steht seit 1893 eine Statue von ihm, und über sie wird heute heftig gestritten. Auch innerhalb Asiens handelte die VOC mit versklavten Menschen. Das Goldene Zeitalter hatte also immer zwei Seiten, und an diesem stillen Hof wurden beide verwaltet.
Auf ihrem Höhepunkt war die VOC das größte Unternehmen der Welt, mit Hunderten Schiffen und Zehntausenden Angestellten. Doch Korruption, Kriege und Schulden höhlten sie aus, und 1799 wurde sie aufgelöst. Geh nun zurück zum Kloveniersburgwal und dann durch die Gassen nach Osten bis an die Oudeschans, wo ein Turm mit schlanker, spitzer Haube aus dem Wasser steigt.