Huis aan de Drie Grachten: Ein Haus mit drei Gesichtern
Why is it significant?
An dieser Ecke stoßen drei Grachten zusammen, die Oudezijds Voorburgwal, die Oudezijds Achterburgwal und die Grimburgwal, und genau in der Spitze steht ein Haus, das sich offenbar nicht entscheiden konnte, wohin es schauen soll. Also hat es einfach drei Treppengiebel bekommen, einen für jede Seite.
Key Facts
| Place | Huis aan de Drie Grachten: Ein Haus mit drei Gesichtern |
|---|---|
| Address | Oudezijds Voorburgwal 249, 1012 EZ Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36940, 4.89470 |
| Part of Walk | Amsterdams Altstadt: Dam, Oude Kerk und die versteckte Kirche unterm Dach |
| Generated | Generated |
An dieser Ecke stoßen drei Grachten zusammen, die Oudezijds Voorburgwal, die Oudezijds Achterburgwal und die Grimburgwal, und genau in der Spitze steht ein Haus, das sich offenbar nicht entscheiden konnte, wohin es schauen soll. Also hat es einfach drei Treppengiebel bekommen, einen für jede Seite.
Das Huis aan de Drie Grachten wurde um 1609 gebaut, in den Jahren, in denen Amsterdam förmlich explodierte. Innerhalb weniger Jahrzehnte hatte sich die Einwohnerzahl mehr als verdreifacht. Flüchtlinge aus den südlichen Niederlanden, vor allem aus Antwerpen, brachten Kapital, Handwerk und Ideen mit. 1585 hatten spanische Truppen Antwerpen erobert, und Zehntausende Protestanten verließen die Stadt, mit ihnen der Handel, der Antwerpen groß gemacht hatte. Jedes Grundstück war kostbar, und dieser spitze Zipfel Land wurde so klug bebaut, dass man das Haus von drei Grachten aus bewundern kann.
Schau dir die Giebel an: roter Backstein, helle Sandsteinbänder, kleine Voluten und Zierelemente, ganz im Stil der Amsterdamer Renaissance, die in diesen Jahren der Baumeister Hendrick de Keyser prägte. Es ist eines der fotogensten Häuser der Altstadt, und trotzdem laufen viele Menschen achtlos vorbei, weil sie aufs Wasser schauen statt nach oben.
Vor der Reformation war diese ganze Ecke voller Klöster. Nonnen und Mönche lebten an diesen Grachten, bis Amsterdam 1578 protestantisch wurde und die Stadt die Gebäude für Waisenhäuser, Spitäler und Schulen übernahm. Aus manchen Klöstern wurden später Hörsäle, und gleich gegenüber an der Grimburgwal beginnt das alte Viertel der Universität, in dem Studenten heute dort radeln, wo einst Nonnen beteten. Die Universität ging aus dem Athenaeum Illustre hervor, das 1632 in der Agnietenkapel ganz in der Nähe gegründet wurde.
Folge jetzt der Oudezijds Voorburgwal nach Norden, immer am Wasser entlang. Unterwegs wirken die Giebel wie ein Katalog der Baustile, Treppengiebel, Halsgiebel, Glockengiebel. Nach einigen hundert Metern taucht vor dir der mächtige Turm der ältesten Kirche Amsterdams auf.