Trippenhuis: Kanonen auf dem Dach

Why is it significant?

Stell dich ans Geländer der Gracht und betrachte die breite, dunkle Sandsteinfassade gegenüber, mit hohen Säulen und einem dreieckigen Giebel. Sieht aus wie ein einziger Palast, oder? Es sind zwei Häuser hinter einer Front.

Key Facts

PlaceTrippenhuis: Kanonen auf dem Dach
AddressKloveniersburgwal 29, 1011 JV Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.37140, 4.89950
Part of WalkAmsterdam und die VOC: Hafen, Handel und die Schattenseite des Goldenen Zeitalters
GeneratedGenerated

Open the walk

Stell dich ans Geländer der Gracht und betrachte die breite, dunkle Sandsteinfassade gegenüber, mit hohen Säulen und einem dreieckigen Giebel. Sieht aus wie ein einziger Palast, oder? Es sind zwei Häuser hinter einer Front. Die Brüder Lodewijk und Hendrick Trip ließen sie sich zwischen 1660 und 1662 vom Architekten Justus Vingboons bauen, symmetrisch, damit keiner prächtiger wohnte als der andere.

Und jetzt schau ganz nach oben auf die Schornsteine. Sie haben die Form von Mörsern, kurzen Kanonen, die steil in den Himmel zielen. Das ist Firmenwerbung in Stein. Die Trips handelten mit Eisen, Kupfer, Kanonen und Schießpulver, eng verbunden mit schwedischen Hütten und Gießereien. Wer im siebzehnten Jahrhundert Krieg führte, kam an Amsterdamer Waffenhändlern kaum vorbei, und manchmal belieferten sie beide Seiten.

Krieg war Geschäft, auch für die VOC. Ihre Schiffe waren schwimmende Festungen, ihre Kontore in Asien wurden zu Forts mit Bastionen und Geschützen. Die Kompanie durfte Verträge schließen, Soldaten anwerben und Kriege führen, fast wie ein eigener Staat. Der Handel mit Gewürzen und die Gewalt, ihn zu sichern, gehörten von Anfang an zusammen. Die Mörser auf diesem Dach sind dafür ein erstaunlich ehrliches Symbol.

Jetzt schau direkt neben dich, auf Hausnummer 26. Dort klemmt ein winziges Haus, kaum zweieinhalb Meter breit. Die Legende erzählt, der Kutscher der Trips habe geseufzt, er wäre schon glücklich mit einem Haus so breit wie die Haustür seines Herrn, und Herr Trip habe ihm genau das bauen lassen. Ob es stimmt? Wahrscheinlich nicht. Aber Amsterdam erzählt die Geschichte seit Jahrhunderten mit großem Vergnügen.

Später zog in das Doppelhaus etwas ganz anderes ein. Von 1817 bis 1885 hing hier die Sammlung, aus der das Rijksmuseum wurde, auch Rembrandts Nachtwache. Heute arbeitet darin die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften. Geh nun auf deiner Seite der Gracht ein paar Schritte nach Süden und bieg in die Oude Hoogstraat ein. Durch ein unscheinbares Tor gelangst du in den Hof, in dem einst die mächtigste Firma der Welt regiert wurde.

Nearby stories