De Krijtberg: Die Kirche, die sich versteckte
Why is it significant?
Schau an der Häuserzeile entlang, bis zwei schlanke, spitze Türme zwischen den Giebeln auftauchen. Die Fassade darunter ist kaum breiter als ein Grachtenhaus.
Key Facts
| Place | De Krijtberg: Die Kirche, die sich versteckte |
|---|---|
| Address | Singel 448, 1017 AV Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36780, 4.88800 |
| Part of Walk | Amsterdams verborgene Winkel: Begijnhof, Spui und Blumenmarkt |
| Generated | Generated |
Schau an der Häuserzeile entlang, bis zwei schlanke, spitze Türme zwischen den Giebeln auftauchen. Die Fassade darunter ist kaum breiter als ein Grachtenhaus. Das ist die Kirche des heiligen Franz Xaver, die alle nur De Krijtberg nennen, den Kreideberg... und ihr Versteckspiel hat eine lange Geschichte.
Nach der Alteratie von 1578, als Amsterdam protestantisch wurde, war katholischer Gottesdienst in der Öffentlichkeit verboten. Verboten hieß aber nicht verschwunden. Die Katholiken feierten ihre Messen weiter, in sogenannten Schuilkerken, versteckten Kirchen, die von außen aussahen wie gewöhnliche Wohnhäuser. Die bekannteste ist Ons' Lieve Heer op Solder in der Altstadt, eine ganze Kirche auf einem Dachboden. Die Stadt wusste davon. Solange man diskret blieb und, so heißt es, den zuständigen Beamten regelmäßig etwas zusteckte, drückte sie ein Auge zu.
Hier am Singel richteten Jesuiten ab 1654 eine solche Kirche ein, in Häusern, von denen eines einem Kreidehändler gehört hatte und De Krijtberg hieß. Der Name blieb, auch als die Kirche längst kein Geheimnis mehr war. Im neunzehnten Jahrhundert, als Katholiken wieder offen bauen durften, ersetzte der Architekt Alfred Tepe die alten Häuser zwischen 1881 und 1883 durch diesen neugotischen Bau. Er musste sich auf dasselbe schmale Grundstück zwängen, und so wuchs die Kirche in die Höhe und in die Tiefe.
Wenn die Tür offen ist, geh hinein, ganz leise. Innen erwartet dich das Gegenteil der schmalen Fassade: ein hoher, farbenprächtiger Raum, bemalte Wände und Gewölbe, Gold, Schnitzwerk, Licht, das durch farbige Fenster fällt. Nach dem Trubel des Blumenmarkts wirkt es wie eine andere Welt, kaum zu glauben, dass draußen gleich die Fahrräder klingeln.
Die Krijtberg zeigt, was Amsterdam lange ausgemacht hat: Toleranz, die nicht laut verkündet, sondern im Alltag ausgehandelt wurde, hinter Fassaden, mit Diskretion und Pragmatismus. Geh nun zurück zum Koningsplein und dann den Heiligeweg hinunter, den Heiligen Weg, Richtung Kalverstraat. Dort wartet ein Tor, über dem eine Frau mit der Geißel droht.