Bloemenmarkt: Der schwimmende Blumenmarkt

Why is it significant?

Vor dir reihen sich am Singel Stände voller Tulpenzwiebeln, Geranien, Kakteen und Holzschuhe, dicht an dicht, mit Glasdächern und Blumenkübeln. Was du vielleicht nicht bemerkst: Die meisten dieser Stände stehen gar nicht auf festem Boden. Sie schwimmen.

Key Facts

PlaceBloemenmarkt: Der schwimmende Blumenmarkt
AddressSingel, 1017 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36690, 4.89080
Part of WalkAmsterdams verborgene Winkel: Begijnhof, Spui und Blumenmarkt
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Vor dir reihen sich am Singel Stände voller Tulpenzwiebeln, Geranien, Kakteen und Holzschuhe, dicht an dicht, mit Glasdächern und Blumenkübeln. Was du vielleicht nicht bemerkst: Die meisten dieser Stände stehen gar nicht auf festem Boden. Sie schwimmen.

Der Bloemenmarkt nennt sich gern den einzigen schwimmenden Blumenmarkt der Welt, und seine Geschichte reicht bis 1862 zurück. Damals kamen Gärtner aus dem Umland mit ihren Booten über die Wasserwege in die Stadt, legten am Singel an und verkauften direkt vom Kahn. Das Boot war Transportmittel, Lager und Laden zugleich, denn die Grachten waren damals noch die wichtigsten Transportwege der Stadt. Mit der Zeit blieben die Boote liegen, und aus den Kähnen wurden die festen, schwimmenden Pavillons, die du heute siehst.

Und natürlich dreht sich hier alles um die Tulpe, die Blume, die Holland einmal fast den Verstand gekostet hat. In den 1630er Jahren steigerten sich die Preise für seltene Tulpenzwiebeln zu einem regelrechten Rausch. Für eine einzige Zwiebel der begehrten Sorte Semper Augustus soll man so viel verlangt haben wie für ein Grachtenhaus. Im Februar 1637 brach der Markt zusammen... und gilt bis heute als eine der ersten Spekulationsblasen der Geschichte.

Ganz ehrlich: Viele Amsterdamer meckern, auf ihrem Blumenmarkt gebe es inzwischen mehr Magnete, Käse und Holzschuhe als frische Sträuße. Aber geh einmal langsam an den Ständen entlang und schau hinter die Souvenirs. Zwischen Zwiebelsäcken, Amaryllis und Pfingstrosen findest du immer noch den alten Markt der Gärtner, der seit mehr als hundertfünfzig Jahren an derselben Gracht liegt. Und die Tulpenzwiebel im Netz ist im Grunde ein Nachfahre jener Spekulationsobjekte.

Folge nun dem Singel nach Westen bis zum Koningsplein und dann am Wasser entlang ein kleines Stück nach Norden. Nach wenigen Schritten siehst du zwischen den Grachtenhäusern zwei schlanke, spitze Türme aufragen... eine Kirche, die lange so tat, als wäre sie gar nicht da.

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