Begijnhof: Der stille Hof der Beginen

Why is it significant?

Auf einmal ist es still. Vor dir liegt eine grüne Wiese, umrahmt von schmalen, hohen Häusern, in der Mitte eine schlichte Kirche, und obwohl die Kalverstraat nur ein paar Meter entfernt ist, hörst du fast nur Vögel und das Knirschen deiner Schritte.

Key Facts

PlaceBegijnhof: Der stille Hof der Beginen
AddressBegijnhof 34, 1012 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36910, 4.88970
Part of WalkAmsterdams verborgene Winkel: Begijnhof, Spui und Blumenmarkt
GeneratedGenerated

Open the walk

Auf einmal ist es still. Vor dir liegt eine grüne Wiese, umrahmt von schmalen, hohen Häusern, in der Mitte eine schlichte Kirche, und obwohl die Kalverstraat nur ein paar Meter entfernt ist, hörst du fast nur Vögel und das Knirschen deiner Schritte. Das ist der Begijnhof, der älteste Wohnhof Amsterdams.

Seit dem vierzehnten Jahrhundert lebten hier Beginen, fromme Frauen, die keine Nonnen waren. Sie legten keine ewigen Gelübde ab, wohnten in eigenen Häusern, pflegten Kranke und verdienten ihr eigenes Geld, und sie durften jederzeit gehen und heiraten. Für Frauen jener Zeit war das eine seltene Form von Freiheit. Und selbst nach der Reformation, als die Klöster aufgelöst wurden, durften die Beginen bleiben, weil ihnen ihre Häuser selbst gehörten. Die letzte Begine starb 1971.

Schau dir das schwarze Holzhaus an, Het Houten Huys, Nummer vierunddreißig. Es ist eines von nur zwei Holzhäusern, die im Zentrum Amsterdams überlebt haben, das andere steht am Zeedijk. Nach verheerenden Stadtbränden im fünfzehnten Jahrhundert verbot die Stadt nach und nach Holzfassaden, und so wurde dieses Haus aus der ersten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts zu einem seltenen Überlebenden.

Die Kirche in der Mitte mussten die Beginen nach der Alteratie abgeben. 1607 wurde sie der englischen und schottischen presbyterianischen Gemeinde übergeben, daher heißt sie bis heute Engelse Kerk. Es heißt, auch einige der Pilgerväter, die später mit der Mayflower nach Amerika segelten, hätten hier gebetet... sicher belegt ist das nicht. Die Beginen feierten ihre Messe fortan in einer versteckten Kapelle, die gegenüber hinter gewöhnlichen Hausfassaden liegt.

Und dann ist da Cornelia Arens. Die Überlieferung erzählt, sie habe nicht in der Kirche begraben werden wollen, die ihrer Gemeinschaft genommen worden war, sondern lieber in der Gosse davor. Als sie 1654 starb, erfüllte man ihr den Wunsch, und eine Platte im Boden erinnert an sie. Hier endet dein Spaziergang durch Amsterdams verborgene Winkel. Bleib noch einen Moment. Wenn du gehst, nimm das Tor zum Spui... und mit einem einzigen Schritt bist du zurück im Lärm der Stadt.

Nearby stories