Munttoren: Der Turm, in dem Geld gemacht wurde

Why is it significant?

Vor dir steht mitten im Gewühl aus Straßenbahnen, Fahrrädern und Menschen ein schlanker Turm: unten schweres, dunkles Mauerwerk, oben eine verspielte, luftige Spitze mit Uhr. Das ist der Munttoren, der Münzturm, und er ist älter, als er aussieht... zumindest unten.

Key Facts

PlaceMunttoren: Der Turm, in dem Geld gemacht wurde
AddressMuntplein, 1012 Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36710, 4.89320
Part of WalkAmsterdams verborgene Winkel: Begijnhof, Spui und Blumenmarkt
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Vor dir steht mitten im Gewühl aus Straßenbahnen, Fahrrädern und Menschen ein schlanker Turm: unten schweres, dunkles Mauerwerk, oben eine verspielte, luftige Spitze mit Uhr. Das ist der Munttoren, der Münzturm, und er ist älter, als er aussieht... zumindest unten.

Der massive Unterbau gehörte zur Regulierspoort, einem Stadttor aus dem späten fünfzehnten Jahrhundert, als hier die mittelalterliche Stadtmauer verlief. 1618 brannte das Tor ab, nur der Turmstumpf blieb stehen. Der Stadtbaumeister Hendrick de Keyser setzte ihm daraufhin um 1620 eine neue, elegante Spitze auf, und so steht er bis heute da. Ein Stück Mittelalter mit einem Hut aus der Renaissance. Damals stand der Turm nicht mitten auf einem Platz, sondern an der Stadtmauer, mit Wasser ringsum.

Und der Name? Der stammt von einer kurzen, aufregenden Episode. 1672, im sogenannten Katastrophenjahr, griffen Frankreich, England und die Bistümer Münster und Köln gleichzeitig die Republik an. Die Verbindungen zu den üblichen Münzstätten waren unsicher, und Amsterdam durfte für kurze Zeit selbst Geld prägen... und zwar hier, im Turm und im Wachhaus daneben. Die Münze ist längst weg, der Name ist geblieben.

Hör mal hin, vielleicht hast du Glück. Im Turm hängt ein Glockenspiel, ein Carillon, das auf die Brüder Hemony zurückgeht, die berühmtesten Glockengießer des siebzehnten Jahrhunderts. Ihre Glocken klangen so rein und so genau gestimmt, dass Städte in halb Europa sie bestellten. Ab und zu spielt ein Carillonneur hier oben von Hand, und dann schwebt plötzlich eine Melodie über dem Verkehrslärm.

Noch ein Detail, das kaum jemand bemerkt: Der Muntplein unter deinen Füßen ist eigentlich gar kein Platz, sondern eine sehr breite Brücke. Hier treffen Amstel, Singel und Rokin aufeinander, und der Verkehr rollt über das Wasser, ohne dass man es sieht. Unser nächster Halt ist ein Gebäude, das viele nur im Vorbeigehen kennen. Geh die Vijzelstraat hinunter nach Süden bis zur Herengracht. Dort steht ein mächtiger Bau, der aussieht wie eine Festung des Geldes.

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