Amsterdam Museum: Waisenkinder und die Kaiserkrone

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Mitten im Gedränge der Kalverstraat öffnet sich auf der rechten Seite ein alter Torbogen mit einem steinernen Relief von Waisenkindern darüber. Geh ein paar Schritte hindurch, und der Lärm der Einkaufsstraße bleibt hinter dir zurück, als hätte jemand eine Tür zugezogen.

Key Facts

PlaceAmsterdam Museum: Waisenkinder und die Kaiserkrone
AddressKalverstraat 92, 1012 PH Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.37040, 4.89040
Part of WalkAmsterdams Altstadt: Dam, Oude Kerk und die versteckte Kirche unterm Dach
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Mitten im Gedränge der Kalverstraat öffnet sich auf der rechten Seite ein alter Torbogen mit einem steinernen Relief von Waisenkindern darüber. Geh ein paar Schritte hindurch, und der Lärm der Einkaufsstraße bleibt hinter dir zurück, als hätte jemand eine Tür zugezogen.

Dahinter lag einst das Kloster der heiligen Lucia. Nachdem Amsterdam 1578 protestantisch geworden war, zog 1580 das städtische Waisenhaus hier ein, das Burgerweeshuis. Mehr als drei Jahrhunderte lang wuchsen hinter diesen Mauern Waisenkinder auf, und man erkannte sie überall in der Stadt an ihrer Kleidung: halb rot, halb schwarz, in den Farben Amsterdams. Seit 1975 gehört der Komplex dem Amsterdam Museum, dem großen Museum der Stadtgeschichte. Ein überdachter Durchgang führt von hier weiter zum Begijnhof, und darin hängen riesige Gruppenbilder der Amsterdamer Bürgerwehren.

Und nun zur versprochenen Krone. Ganz in der Nähe, zwischen Kalverstraat und Rokin, stand im Mittelalter die Heilige Stede, eine Kapelle für das Wunder von Amsterdam. 1345 soll eine geweihte Hostie unversehrt aus einem Feuer geborgen worden sein, und bald strömten Pilger von weit her in die kleine Stadt. Einer von ihnen war Maximilian von Habsburg, damals römisch-deutscher König und später Kaiser. Die Legende sagt, er sei krank gekommen und geheilt wieder abgereist.

1489 erlaubte Maximilian der Stadt, die Krone über ihrem Wappen zu führen, die Krone des Heiligen Römischen Reiches. Ob aus Dankbarkeit für seine Heilung oder eher für die großzügigen Kredite, mit denen Amsterdam seine Kriege mitfinanzierte, darüber streiten die Historiker. Seitdem sitzt die Kaiserkrone auf den drei Andreaskreuzen, an Brücken, Laternenmasten und Kirchtürmen der Stadt. Und bis heute ziehen jedes Jahr im März Tausende Gläubige nachts schweigend durch die Altstadt, in der Stillen Omgang, zur Erinnerung an das Wunder.

Geh jetzt zurück auf die Kalverstraat und dann nach links, nach Osten, über den Rokin und durch die Gassen hinüber, bis zu einer Ecke, an der gleich drei Grachten zusammenstoßen.

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