Verzetsmuseum im Plancius-Gebäude

Why is it significant?

Vor dir steht ein Bau mit Säulen und einer großen Inschrift: Plancius. Man könnte eine Bank dahinter vermuten oder einen Konzertsaal, und das Zweite liegt gar nicht so falsch.

Key Facts

PlaceVerzetsmuseum im Plancius-Gebäude
AddressPlantage Kerklaan 61A, 1018 CX Amsterdam, Netherlands
Geo Coordinates52.36780, 4.91270
Part of WalkAmsterdams Jüdisches Viertel und die Plantage: Synagogen, Widerstand und Erinnerung
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Vor dir steht ein Bau mit Säulen und einer großen Inschrift: Plancius. Man könnte eine Bank dahinter vermuten oder einen Konzertsaal, und das Zweite liegt gar nicht so falsch. 1876 ließ der jüdische Gesangverein Oefening Baart Kunst, Übung macht Kunst, das Haus als Vereinsgebäude errichten, mit einem Saal für über tausend Menschen.

Hier wurde gesungen, gefeiert und getanzt, es gab Konzerte und auch Gottesdienste. Das Gebäude erzählt vom jüdischen Bürgertum der Plantage, das sich vor dem Krieg ganz selbstverständlich als Teil Amsterdams fühlte. Den Namen Plancius übernahm der Verein von einem älteren Haus an dieser Stelle; er erinnert an Petrus Plancius, den Theologen und Kartografen, der die ersten niederländischen Fahrten nach Ostindien mit Karten versorgte. Seit 1999 ist hier das Verzetsmuseum zu Hause, das Museum des Widerstands.

Es stellt eine Frage, die einfacher klingt, als sie ist: Was hättest du getan? Die Ausstellung zeigt, dass die meisten Menschen im besetzten Amsterdam weder Helden noch Verräter waren, sondern sich anpassten, abwarteten, wegschauten. Und sie zeigt die wenigen, die etwas wagten: Fälscher von Ausweisen und Lebensmittelkarten, Drucker von Untergrundzeitungen, Familien, die Untergetauchte in Hinterzimmern und auf Dachböden versorgten, oft monatelang, mit der Angst vor jedem Klingeln. Auch der Februarstreik, den du am Dokwerker kennengelernt hast, hat hier seinen Platz.

Eine der kühnsten Taten geschah im März 1943, nur wenige Schritte von hier an der Plantage Kerklaan. Widerstandskämpfer, darunter der Bildhauer Gerrit van der Veen und der Künstler Willem Arondeus, verkleideten sich als Polizisten und legten Feuer im Amsterdamer Melderegister, um die Karteikarten zu vernichten, mit denen die Besatzer Juden und Untergetauchte aufspürten. Der Brand zerstörte nur einen Teil, und die meisten Beteiligten wurden gefasst und erschossen. Arondeus, der offen schwul lebte, soll vor seiner Hinrichtung gesagt haben, man solle wissen, dass Homosexuelle keine Feiglinge seien.

Wenn du später zurückkommst, nimm dir Zeit für dieses Museum. Jetzt aber geh die Plantage Parklaan nach Westen, zu einem stillen Park am Wasser. Dort endet dein Weg.

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