Wertheimpark: Nooit meer Auschwitz
Why is it significant?
Zwischen alten Bäumen, gleich am Wasser der Nieuwe Herengracht, liegen sechs große Glasplatten flach auf dem Boden, zersprungen und spiegelnd. Ringsum stehen hohe Bäume und Bänke, und auf der Gracht gleiten Boote vorbei, als wüssten sie von nichts.
Key Facts
| Place | Wertheimpark: Nooit meer Auschwitz |
|---|---|
| Address | Plantage Parklaan, 1018 ST Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.36790, 4.90890 |
| Part of Walk | Amsterdams Jüdisches Viertel und die Plantage: Synagogen, Widerstand und Erinnerung |
| Generated | Generated |
Zwischen alten Bäumen, gleich am Wasser der Nieuwe Herengracht, liegen sechs große Glasplatten flach auf dem Boden, zersprungen und spiegelnd. Ringsum stehen hohe Bäume und Bänke, und auf der Gracht gleiten Boote vorbei, als wüssten sie von nichts. Tritt nah heran und schau hinein: Du siehst den Himmel, aber in Scherben.
Das ist das Auschwitz-Denkmal des Schriftstellers und Künstlers Jan Wolkers, 1993 hierher in den Wertheimpark versetzt und erweitert. Im Glas stehen die Worte Nooit meer Auschwitz, nie wieder Auschwitz. Wolkers sagte, die zerbrochenen Spiegel bedeuteten, dass der Himmel nach Auschwitz nie wieder unversehrt sein werde. Unter dem Denkmal liegt eine Urne mit Asche, die bei einer internationalen Gedenkfeier in Auschwitz-Birkenau gesammelt wurde. Oft liegen Blumen am Rand des Glases, manchmal auch kleine Steine, wie man sie auf jüdische Gräber legt.
Der Park selbst trägt den Namen von Abraham Carel Wertheim, einem jüdischen Bankier und Philanthropen des 19. Jahrhunderts, der Krankenhäuser, Schulen und Hilfsvereine förderte und zu den einflussreichsten Bürgern der Stadt gehörte. Er steht für ein Amsterdam, in dem jüdische Bürger die Stadt mitgestalten konnten, wie es anderswo in Europa kaum möglich war.
Jedes Jahr Ende Januar, rund um den Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, kommen hier Überlebende, Nachfahren, Schulklassen und Politiker zusammen. Von den rund achtzigtausend Juden, die vor dem Krieg in Amsterdam lebten, wurden die meisten ermordet. Unter ihnen waren auch viele Deutsche, die nach 1933 hierher geflohen waren, in der Hoffnung, in Amsterdam sicher zu sein. Die Familie Frank kam aus Frankfurt am Main, und Annes Geschichte, die die Welt aus ihrem Tagebuch kennt, begann als Geschichte einer Flucht.
Du bist am Ende dieses Weges angekommen, vom prachtvollen Haus der De Pintos bis zu diesem Himmel aus Scherben. Bleib noch einen Moment und hör auf die Stille unter den Bäumen. Dann geh hinaus in eine Stadt, die heldenhaft, entschlossen und barmherzig in ihrem Wappen trägt... und nimm die Namen mit, die du heute gehört hast.