De Dageraad: Paläste für Arbeiter
Why is it significant?
Schau dir diese Fassaden an: Backstein, der sich wie eine Welle um die Ecke wölbt, steile Dächer wie Zipfelmützen, schmale Fenster in langen Reihen und Ziegel, die mal senkrecht, mal waagerecht gesetzt sind. Hier wurde nicht einfach gebaut. Hier wurde mit Backstein modelliert, als wäre er weich.
Key Facts
| Place | De Dageraad: Paläste für Arbeiter |
|---|---|
| Address | Pieter Lodewijk Takstraat, 1073 Amsterdam, Netherlands |
| Geo Coordinates | 52.34990, 4.89900 |
| Part of Walk | Amsterdam De Pijp: Bier, Hering und Stroopwafel am Albert-Cuyp-Markt |
| Generated | Generated |
Schau dir diese Fassaden an: Backstein, der sich wie eine Welle um die Ecke wölbt, steile Dächer wie Zipfelmützen, schmale Fenster in langen Reihen und Ziegel, die mal senkrecht, mal waagerecht gesetzt sind. Hier wurde nicht einfach gebaut. Hier wurde mit Backstein modelliert, als wäre er weich.
Das ist De Dageraad, die Morgenröte, benannt nach einer sozialdemokratischen Wohnungsbaugenossenschaft, die den Komplex Anfang der 1920er-Jahre errichten ließ. Die Architekten waren Michel de Klerk und Piet Kramer, die Stars der Amsterdamer Schule. Ihr Ziel war klar: Arbeiter sollten nicht mehr in dunklen, feuchten Löchern hausen wie im alten De Pijp, durch das du gerade gekommen bist, sondern in Häusern mit Licht, Luft und Schönheit. Für solche Bauten fiel gern ein stolzes Wort: Arbeiterpaläste.
Möglich machte das ein Gesetz. Das Wohnungsgesetz von 1901 erlaubte Gemeinden und Genossenschaften, mit öffentlichem Geld gute Wohnungen für Arbeiter zu bauen, und Amsterdam nutzte diese Chance wie kaum eine andere Stadt. Im Süden entstand ein ganzer Stadtteil nach dem Plan von Hendrik Petrus Berlage, und die jungen Architekten der Amsterdamer Schule durften sich austoben. Fenster, Türen, Treppenhäuser, sogar die Hausnummern gehörten zu einem einzigen Gesamtkunstwerk.
Michel de Klerk erlebte den Ruhm seines Werks nur kurz. Er starb 1923, mit gerade einmal neununddreißig Jahren. Kritiker spotteten damals, die Fassaden seien teure Kulissen, hinter denen ganz gewöhnliche, enge Wohnungen lägen. Ganz falsch war das nicht... aber für Familien, die aus einem überfüllten Hinterhaus kamen, war der Umzug hierher trotzdem ein Sprung in ein anderes Leben. Heute erklärt ein kleines Museum im Komplex die Geschichte der Amsterdamer Schule.
Und was hat das mit Essen zu tun? Mehr, als man denkt. Wer nicht mehr den halben Lohn für eine feuchte Kammer ausgeben musste, konnte sich endlich jeden Tag frisches Gemüse vom Markt leisten. Gutes Wohnen und gutes Essen gehörten für die Reformer zusammen. Geh jetzt nach Osten, Richtung Amstel, bis zur Tolstraat. Dort steht ein Fabrikgebäude, in dem einmal der größte Diamant der Welt geteilt wurde.