Plac Bankowy und die Mirów-Markthallen

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Schau über die weite Fläche des Bankowy-Platzes zu den monumentalen klassizistischen Palästen mit ihren Säulengängen: Antonio Corazzi entwarf sie im neunzehnten Jahrhundert für die Bank von Polen und das Schatzministerium.

Key Facts

PlacePlac Bankowy und die Mirów-Markthallen
AddressPlac Bankowy 3/5, 00-950 Warszawa, Poland
Geo Coordinates52.24050, 21.00050
Part of WalkDas jüdische Warschau: Vom Muranów-Viertel zum Ghetto-Aufstand
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Schau über die weite Fläche des Bankowy-Platzes zu den monumentalen klassizistischen Palästen mit ihren Säulengängen: Antonio Corazzi entwarf sie im neunzehnten Jahrhundert für die Bank von Polen und das Schatzministerium. Etwas weiter südlich erheben sich die mächtigen roten Ziegelfassaden der beiden Mirów-Markthallen mit ihren verzierten Rundbogenfenstern. Die beiden Zwillingshallen wurden um 1900 erbaut und bildeten das modernste Einkaufszentrum der damaligen Metropole an der Weichsel. Dieser Raum war während des Krieges eine dramatische Schnittstelle zweier Welten.

Hier verlief während der Besatzungszeit die streng bewachte Grenze zwischen dem Großen Ghetto im Norden und dem kleineren, wohlhabenderen Kleinen Ghetto im Süden. Ein schmaler, von Stacheldraht eingezäunter Korridor entlang der Chłodna-Straße verband die beiden Stadtteile, über den eine hölzerne Fußgängerbrücke führte... die berüchtigte Seufzerbrücke, von der aus die Eingesperrten auf die freie Straße hinabblickten. Durch diesen Korridor fuhr sogar eine arische Straßenbahnlinie, deren Fenster geweißt waren, damit die Fahrgäste das Elend im Ghetto nicht sehen konnten. Die Umgebung der Mirów-Hallen wurde trotz deutscher Maschinengewehrposten zum Brennpunkt des lebenswichtigen Schmuggels.

Ohne den organisierten Schmuggel durch mutige Kuriere, darunter unzählige zehnjährige Kinder, die Mehlsäcke und Kartoffeln durch Abwasserkanäle und Mauerritzen zogen, wäre die Ghettobevölkerung schon Monate früher verhungert. Die offizielle deutsche Zuteilung für Juden betrug kaum zweihundert Kalorien am Tag. Jeder Laib Brot, der an den Markthallen den Besitzer wechselte, bedeutete einen weiteren Tag Überlebenskampf gegen den kalkulierten Hungertod.

Im August 1944, während des Warschauer Aufstands, wurden die beiden Hallen zum Schauplatz grausamer deutscher Kriegsverbrechen. Truppen der Wehrmacht und Polizeibataillone trieben hunderte verbliebene Zivilisten in die Gebäude und erschossen sie dort reihenweise vor den Mauern. Nach dem Krieg wurden die Hallen sorgfältig restauriert, und heute kaufen die Warschauer hier wieder frisches Obst, Blumen, Landkäse und knuspriges Bauernbrot.

Gehe vom Platz aus durch den grünen Park Mirowski nach Süden in Richtung des Grzybowski-Platzes, wo sich ein unversehrtes Juwel der Vorkriegszeit verbirgt.

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