Unteres Belvedere & Orangerie: Prinz Eugens Sommerhaus
Why is it significant?
Tritt durch das Tor am Rennweg in den Ehrenhof, und vor dir liegt ein langer, eleganter, beinahe bescheidener Bau: das Untere Belvedere. Kein Turm, keine Kuppel, nur Würde und Ebenmaß.
Key Facts
| Place | Unteres Belvedere & Orangerie: Prinz Eugens Sommerhaus |
|---|---|
| Address | Rennweg 6, 1030 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.19670, 16.37910 |
| Part of Walk | Vom Karlsplatz zu Klimts Kuss: Belvedere, Schwarzenbergplatz und die Kunst der Macht in Wien |
| Generated | Generated |
Tritt durch das Tor am Rennweg in den Ehrenhof, und vor dir liegt ein langer, eleganter, beinahe bescheidener Bau: das Untere Belvedere. Kein Turm, keine Kuppel, nur Würde und Ebenmaß. Hier lebte Prinz Eugen von Savoyen, ein schmaler, unscheinbarer Mann, der zum berühmtesten Feldherrn Österreichs wurde.
Eugen war in Paris aufgewachsen, und Ludwig der Vierzehnte hatte den schmächtigen jungen Mann als Offizier abgewiesen. Also ging er 1683 nach Österreich, gerade als die Osmanen vor Wien standen, und von da an siegte er... gegen die Osmanen, später gegen Frankreich, ausgerechnet gegen den König, der ihn verschmäht hatte. Mit seinem Vermögen kaufte er Weingärten draußen vor der Stadt und ließ sich von Hildebrandt ein Sommerschloss bauen. 1716 war dieser untere Teil fertig, kurz bevor Eugen 1717 Belgrad eroberte, ein Sieg, aus dem das Lied vom Prinzen Eugen, dem edlen Ritter, hervorging, das man bis heute kennt.
Drinnen glänzt der Marmorsaal, dessen Deckenfresko den Prinzen als strahlenden Helden in den Himmel hebt, und das Goldkabinett mit seinen Spiegeln, in dem sich jede Kerze vervielfachte. Und noch etwas steht im Unteren Belvedere, das kaum jemand erwartet: die bleiernen Originalfiguren von Georg Raphael Donners Brunnen vom Neuen Markt. Draußen in der Innenstadt plätschern heute Kopien.
Schau nun zur Seite, zur Orangerie. Hier überwinterten einst Zitronen- und Orangenbäumchen in großen Kübeln, ein Luxus, mit dem ein barocker Fürst zeigte, dass er sogar das Klima beherrschte. Heute ist sie ein heller Ausstellungsraum, und gleich daneben liegt der Prunkstall, wo Eugens Pferde standen und heute mittelalterliche Kunst gezeigt wird.
Eugen heiratete nie und hatte keine Kinder. Als er 1736 in seinem Stadtpalais in der Himmelpfortgasse starb, erbte eine Nichte alles, und sie verkaufte vieles. 1752 erwarb Maria Theresia das Belvedere, und so wurde das Sommerhaus eines Feldherrn zum Besitz der Habsburger. Bevor wir in den Garten steigen, geh zurück auf den Rennweg und ein paar Schritte weiter stadtauswärts, zur Kirche mit der hohen Kuppel.