Salesianerinnenkirche: Das Kloster der Kaiserinwitwe

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Gleich neben dem Belvedere wölbt sich eine mächtige Kuppel über den Rennweg, und darunter steht eine Fassade, die eher zurückhaltend als prunkvoll wirkt: die Kirche der Salesianerinnen. Hinter ihren Mauern liegt bis heute ein Kloster, mitten in der Stadt und doch in einer anderen Zeit.

Key Facts

PlaceSalesianerinnenkirche: Das Kloster der Kaiserinwitwe
AddressRennweg 10, 1030 Wien, Austria
Geo Coordinates48.19590, 16.38170
Part of WalkVom Karlsplatz zu Klimts Kuss: Belvedere, Schwarzenbergplatz und die Kunst der Macht in Wien
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Gleich neben dem Belvedere wölbt sich eine mächtige Kuppel über den Rennweg, und darunter steht eine Fassade, die eher zurückhaltend als prunkvoll wirkt: die Kirche der Salesianerinnen. Hinter ihren Mauern liegt bis heute ein Kloster, mitten in der Stadt und doch in einer anderen Zeit.

Gestiftet hat das alles eine Kaiserin, die in den Geschichtsbüchern kaum vorkommt: Wilhelmine Amalie, die Witwe Kaiser Josephs des Ersten. Ihr Mann war 1711 an den Pocken gestorben, mit gerade einmal 32 Jahren. Sie zog sich nicht einfach zurück, sondern baute: Ab 1717 entstand hier ein Kloster für die Salesianerinnen, einen Frauenorden, der auf den heiligen Franz von Sales zurückgeht und sich auch der Erziehung junger Frauen widmete.

Die Kuppel ist eines der schönsten Barockgewölbe der Stadt und erstaunlich wenig bekannt, weil ihr die Karlskirche ein paar hundert Meter weiter die Schau stiehlt. Die Pläne stammen von Donato Felice d'Allio, einem Baumeister aus Italien, der lange in Wien arbeitete. Wenn die Kirche offen ist, geh hinein und schau nach oben: Ein Fresko öffnet dort einen hellen, barocken Himmel, und das Licht fällt so weich durch die Fenster der Trommel, dass der Raum zu schweben scheint.

Stell dir die Nachbarschaft vor, damals um 1720. Auf der einen Seite des Rennwegs der Feldherr Prinz Eugen mit seinen Festen, Gästen und Orangenbäumen, auf der anderen Seite eine verwitwete Kaiserin hinter Klostermauern. Wilhelmine Amalie verbrachte ihre letzten Jahre hier im Kloster, bis zu ihrem Tod 1742. Weltruhm und Weltabkehr, Tür an Tür.

Bis heute leben hier Schwestern des Ordens, und das Kloster gehört zu den wenigen in Wien, die seit ihrer Gründung ununterbrochen bestehen. Das macht den Ort still, beinahe streng, ganz anders als das Treiben im Belvedere nebenan. Jetzt geh die paar Schritte zurück zum Tor des Unteren Belvedere und hinein in den Garten, der sich vor dir wie eine grüne Treppe den Hang hinaufzieht.

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