Praterstern & Tegetthoff-Säule: Ein Admiral im Binnenland

Why is it significant?

Mitten im Verkehrsgewühl des Praterstern ragt eine hohe Säule auf, gespickt mit bronzenen Schiffsbugen, und ganz oben steht ein Mann in Uniform und blickt in die Ferne... bis zum Meer, das von hier aus allerdings ein paar hundert Kilometer entfernt liegt.

Key Facts

PlacePraterstern & Tegetthoff-Säule: Ein Admiral im Binnenland
AddressPraterstern, 1020 Wien, Austria
Geo Coordinates48.21800, 16.39060
Part of WalkFlaktürme, Mazzesinsel und Riesenrad: Die verborgene Leopoldstadt in Wien
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Mitten im Verkehrsgewühl des Praterstern ragt eine hohe Säule auf, gespickt mit bronzenen Schiffsbugen, und ganz oben steht ein Mann in Uniform und blickt in die Ferne... bis zum Meer, das von hier aus allerdings ein paar hundert Kilometer entfernt liegt.

Das ist Wilhelm von Tegetthoff, Admiral der österreichischen Kriegsmarine. Ja, Österreich hatte eine Flotte, mit Häfen an der Adria, in Triest und Pola, und eine ihrer berühmtesten Stunden schlug 1866 vor der Insel Lissa. Dort traf Tegetthoff mit seinen Schiffen auf eine stärkere italienische Flotte, ließ sie rammen und gewann. Kurios dabei: Viele von Tegetthoffs Matrosen stammten aus Venetien und Dalmatien und sprachen selbst Italienisch. Die Schiffsbuge an der Säule erinnern an diesen Sieg, so wie bei den Siegessäulen der alten Römer, und die Figur ganz oben schuf der Bildhauer Carl Kundmann.

Allerdings: Im selben Jahr verlor Österreich bei Königgrätz den Krieg gegen Preußen, und Venetien ging trotz des Sieges zur See an Italien. Tegetthoff starb 1871, noch nicht einmal 44 Jahre alt. Das Denkmal wurde 1886 enthüllt, und seither steht der Seeheld hier im Binnenland, umkreist von Autos statt von Möwen.

Der Praterstern selbst heißt so, weil hier mehrere Straßen und Alleen sternförmig zusammenlaufen. Gleich daneben lag früher der Nordbahnhof, der Endpunkt der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn, der ersten großen Dampfeisenbahn Österreichs, die ab 1838 fuhr. Über diese Bahn kamen Kohle, Waren und hunderttausende Menschen aus Mähren, Schlesien und Galizien nach Wien, und viele von ihnen blieben gleich in der Leopoldstadt.

Heute ist der Bahnhof Praterstern ein moderner Knoten, und auf der anderen Seite der Straße beginnt das, wofür die Wiener seit Generationen hierherkommen: der Prater. Der Platz wurde in den letzten Jahren neu gestaltet, mit Bäumen und Bänken, und bleibt doch vor allem ein Ort des Kommens und Gehens. Du siehst es schon über den Bäumen, dieses rote Rad mit seinen Gondeln. Überquere den Platz Richtung Südosten und folge den Lichtern und dem Geruch nach gebrannten Mandeln.

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