Oberes Belvedere: Klimts Kuss und der Staatsvertrag

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Hier oben, auf der obersten Terrasse, siehst du das Obere Belvedere in seiner ganzen Pracht: ein Dach wie eine Landschaft aus Zelten, Pavillons an den Ecken, Figuren auf der Balustrade. Auf der anderen Seite des Schlosses spiegelt sich das alles im großen Wasserbecken.

Key Facts

PlaceOberes Belvedere: Klimts Kuss und der Staatsvertrag
AddressPrinz-Eugen-Straße 27, 1030 Wien, Austria
Geo Coordinates48.19150, 16.38090
Part of WalkVom Karlsplatz zu Klimts Kuss: Belvedere, Schwarzenbergplatz und die Kunst der Macht in Wien
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Hier oben, auf der obersten Terrasse, siehst du das Obere Belvedere in seiner ganzen Pracht: ein Dach wie eine Landschaft aus Zelten, Pavillons an den Ecken, Figuren auf der Balustrade. Auf der anderen Seite des Schlosses spiegelt sich das alles im großen Wasserbecken.

Hildebrandt baute es zwischen 1721 und 1723, nicht zum Wohnen, sondern zum Repräsentieren und Feiern. Nach Eugens Tod kaufte Maria Theresia das Ensemble, und unter Joseph dem Zweiten wurde die kaiserliche Gemäldegalerie hier ab 1781 für die Öffentlichkeit geöffnet, eines der ersten öffentlichen Museen der Welt. Später wohnte hier Thronfolger Franz Ferdinand, bis zu jenem Sommer 1914, aus dem er nicht mehr zurückkam.

Und drinnen hängt das Bild, für das Menschen aus aller Welt anreisen: Gustav Klimts Kuss. Ein Paar, umhüllt von einem Mantel aus Gold, sie kniet am Rand einer Blumenwiese, die Augen geschlossen, als stünde die Welt für einen Moment still. Der Staat kaufte das Bild schon 1908, gleich als es bei der Kunstschau gezeigt wurde, und seither hat es Wien nie verlassen. Gleich in der Nähe hängt übrigens auch eine der Fassungen von Jacques-Louis Davids Napoleon, der auf dem Pferd die Alpen überquert.

Am 15. Mai 1955 unterzeichneten im Marmorsaal die Außenminister der vier Besatzungsmächte und Österreichs den Staatsvertrag. Nach zehn Jahren Besatzung war Österreich wieder ganz souverän. Danach trat Außenminister Leopold Figl mit den anderen auf den Balkon und hielt das Dokument der jubelnden Menge entgegen. Und hier das Detail, das fast alle falsch erinnern: Sein berühmtes Österreich ist frei sagte Figl nicht auf dem Balkon, sondern drinnen, in seiner Rede im Marmorsaal.

Die Menschen unten im Garten haben es gar nicht gehört, und doch ist der Satz heute untrennbar mit diesem Balkon verbunden. Verlass den Schlossbereich nun durch das Tor im Süden, überquere den Gürtel und geh hinüber in den Schweizergarten, wo ein Pavillon aus Glas und Stahl auf dich wartet, der eine Weltreise hinter sich hat.

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