Heeresgeschichtliches Museum: Das Auto von Sarajevo

Why is it significant?

Vor dir steht ein Gebäude, das aussieht wie eine Mischung aus Ritterburg, Moschee und venezianischem Palast: rote und gelbe Ziegel, Zinnen, eine Kuppel, maurische Bögen. Das ist das Heeresgeschichtliche Museum, das Herzstück des Arsenals. Das Arsenal entstand gleich nach der Revolution von 1848.

Key Facts

PlaceHeeresgeschichtliches Museum: Das Auto von Sarajevo
AddressArsenal, Objekt 1, 1030 Wien, Austria
Geo Coordinates48.18430, 16.38900
Part of WalkVom Karlsplatz zu Klimts Kuss: Belvedere, Schwarzenbergplatz und die Kunst der Macht in Wien
GeneratedGenerated

Open the walk

Vor dir steht ein Gebäude, das aussieht wie eine Mischung aus Ritterburg, Moschee und venezianischem Palast: rote und gelbe Ziegel, Zinnen, eine Kuppel, maurische Bögen. Das ist das Heeresgeschichtliche Museum, das Herzstück des Arsenals.

Das Arsenal entstand gleich nach der Revolution von 1848. Die Wiener hatten sich gegen den Kaiser erhoben, und der junge Franz Joseph ließ danach rund um die Stadt Kasernen und Festungsbauten errichten, um sie künftig im Griff zu behalten. Dieses Arsenal, gebaut ab 1849, war Waffenfabrik, Kaserne und Zeughaus zugleich, eine Stadt in der Stadt. Den Museumsbau entwarf Theophil Hansen, der später das Parlament baute, und er gilt als ältester eigens als Museum errichteter Bau Wiens.

Innen erwartet dich die Ruhmeshalle mit Fresken von Carl von Blaas, und dann Säle voller Fahnen, Rüstungen und Gemälde, die zeigen, wie sehr Kunst und Krieg in der Geschichte der Habsburger verflochten waren. Aber ein Raum ist anders als alle anderen. Dort steht ein offenes Automobil, ein Gräf & Stift, und daneben eine Uniform mit dunklen Flecken. In diesem Wagen wurden am 28. Juni 1914 in Sarajevo Thronfolger Franz Ferdinand und seine Frau Sophie erschossen, und dies ist seine Uniform.

Erinnerst du dich? Er wohnte oben im Belvedere, wo du gerade warst. Und dann gibt es noch dieses Detail, das einem einen Schauer über den Rücken jagt: Das Kennzeichen des Wagens lautet A III 118. Manche lesen darin Armistice, Waffenstillstand, am 11. 11. 18, dem Tag, an dem der Krieg, den diese Schüsse auslösten, endete. Ein reiner Zufall, natürlich... aber was für einer.

Hier endet unser Spaziergang, und er hat einen weiten Bogen geschlagen: vom Erfindergeist am Karlsplatz über Klimts Gold und Prinz Eugens Gärten bis zu dem Wagen, in dem die alte Welt zu Ende ging. Kunst und Macht, Schönheit und Gewalt liegen in Wien oft nur ein paar hundert Meter auseinander. Danke, dass du mit mir gegangen bist, und nimm dir noch einen Moment für diesen stillen Raum.

Nearby stories