Palais Lobkowitz: Wo die Eroica zum ersten Mal erklang

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Vor dir steht ein frühbarockes Palais mit kräftigem Portal, ein bisschen streng, ein bisschen stolz, an einem kleinen Platz, den die meisten auf dem Weg zur Albertina links liegen lassen.

Key Facts

PlacePalais Lobkowitz: Wo die Eroica zum ersten Mal erklang
AddressLobkowitzplatz 2, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20560, 16.36840
Part of WalkWien klingt: Auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauss und Schubert
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Vor dir steht ein frühbarockes Palais mit kräftigem Portal, ein bisschen streng, ein bisschen stolz, an einem kleinen Platz, den die meisten auf dem Weg zur Albertina links liegen lassen. Gebaut wurde es in den 1680er Jahren, als eines der ersten großen Adelspalais nach der Türkenbelagerung von 1683. Seit 1991 ist hier das Theatermuseum zu Hause.

Um 1800 gehörte das Haus Fürst Franz Joseph Maximilian Lobkowitz, und der war, man kann es nicht anders sagen, musikverrückt. Er spielte selbst Geige und Cello, sang, unterhielt ein eigenes Orchester und gab Geld für Musik aus, als gäbe es kein Morgen. Am Ende hat ihn das tatsächlich fast ruiniert. Aber ohne ihn sähe die Musikgeschichte anders aus.

Im Jahr 1804 probte das Orchester des Fürsten im großen Festsaal eine neue Symphonie von Ludwig van Beethoven, seine dritte. Sie war länger, lauter und wilder als alles, was man bis dahin kannte, fast doppelt so lang wie eine Symphonie von Haydn. In diesem Saal, der heute Eroica-Saal heißt, wurde sie zum ersten Mal gespielt, vor geladenen Gästen. Die öffentliche Uraufführung folgte erst im April 1805, im Theater an der Wien... zu dem wir später auf diesem Weg noch kommen.

Ursprünglich hatte Beethoven die Symphonie Napoleon zugedacht, dem Helden der Revolution. Als er hörte, dass Bonaparte sich zum Kaiser ausrufen ließ, soll er wütend das Titelblatt zerrissen haben, so erzählt es sein Schüler Ferdinand Ries. Erhalten ist eine Abschrift, auf der der Name so heftig ausradiert wurde, dass das Papier Löcher hat. Gewidmet wurde das Werk schließlich dem Hausherrn, Fürst Lobkowitz.

Und Lobkowitz tat noch mehr. 1809, als Beethoven ein Angebot als Kapellmeister nach Kassel bekam, sicherten er, Erzherzog Rudolph und Fürst Kinsky ihm eine lebenslange Rente von viertausend Gulden jährlich zu, unter einer einzigen Bedingung: Er musste in Wien bleiben. Er blieb, bis zu seinem Tod. Geh jetzt zurück zur Kärntner Straße und durch die Annagasse bis zur Seilerstätte, wo ein ganzes Haus nur aus Klang besteht.

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