Josefsplatz und Prunksaal der Nationalbibliothek

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Auf dem Josefsplatz ist es plötzlich still und streng. Ein geschlossenes Viereck aus hohen, hellen Fassaden, und in der Mitte reitet ein Kaiser, gekleidet wie ein römischer Imperator. Ringsum nur Stein, Bronze und dieses gedämpfte Licht. Kein Wunder, dass Filmleute diesen Platz lieben.

Key Facts

PlaceJosefsplatz und Prunksaal der Nationalbibliothek
AddressJosefsplatz 1, 1010 Wien, Austria
Geo Coordinates48.20650, 16.36750
Part of WalkKaiserliches Wien: Hofburg, Heldenplatz und die Kapuzinergruft
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Auf dem Josefsplatz ist es plötzlich still und streng. Ein geschlossenes Viereck aus hohen, hellen Fassaden, und in der Mitte reitet ein Kaiser, gekleidet wie ein römischer Imperator. Ringsum nur Stein, Bronze und dieses gedämpfte Licht. Kein Wunder, dass Filmleute diesen Platz lieben.

Der Reiter ist Joseph der Zweite, der Sohn Maria Theresias, und vielleicht der ungeduldigste Herrscher, den Österreich je hatte. Er erließ ein Toleranzpatent für Protestanten und Juden, löste Hunderte Klöster auf, lockerte die Leibeigenschaft, wollte alles auf einmal reformieren. Vieles musste er kurz vor seinem Tod 1790 wieder zurücknehmen. Er soll sich als Grabspruch gewünscht haben: Hier liegt ein Fürst, dessen Absichten rein waren, der aber das Unglück hatte, alle seine Pläne scheitern zu sehen.

Jetzt dreh dich zum Eingang der Nationalbibliothek. Dahinter liegt der Prunksaal, gebaut ab 1723 für Kaiser Karl den Sechsten nach Plänen von Johann Bernhard Fischer von Erlach und vollendet von seinem Sohn. Fast achtzig Meter lang, Regale bis unter die Decke, eine Kuppel mit Fresken von Daniel Gran, und rund zweihunderttausend alte Bände. Ein Teil davon ist die Bibliothek des Prinzen Eugen, etwa fünfzehntausend Bücher, die der Kaiser nach dessen Tod kaufte. Eugen ließ sie nach Fachgebieten einbinden: Geschichte in Rot, Theologie in Blau, Naturwissenschaften in Gelb.

Und jetzt schau zum Palais Pallavicini an der Seite des Platzes. 1949 wurde hier Der dritte Mann gedreht, und hinter diesem Tor wohnte im Film Harry Lime, der Schieber, den alle für tot hielten. Wenn es dämmert und die Laternen angehen, erwartest du fast, Orson Welles im Hauseingang stehen zu sehen.

Im November 1992 brannte es in der Hofburg, die Redoutensäle hier am Platz wurden schwer beschädigt. Feuerwehrleute und Freiwillige retteten die Bibliothek, und die Lipizzaner aus der Hofreitschule nebenan wurden durch die Gassen in Sicherheit geführt. Geh jetzt die Augustinerstraße entlang nach Süden, bis zu der Rampe, die auf eine alte Bastei hinaufführt.

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