Albertina: Palais auf der Bastei und Blick in den Burggarten
Why is it significant?
Steig die Rampe hinauf auf die Bastei und schau zuerst nach oben: Über dem Eingang schwebt ein riesiges, schmales Flugdach aus Metall, kühn wie ein Sprungbrett ins Leere. Hans Hollein hat es 2003 gebaut, und halb Wien hat damals darüber gestritten.
Key Facts
| Place | Albertina: Palais auf der Bastei und Blick in den Burggarten |
|---|---|
| Address | Albertinaplatz 1, 1010 Wien, Austria |
| Geo Coordinates | 48.20460, 16.36830 |
| Part of Walk | Kaiserliches Wien: Hofburg, Heldenplatz und die Kapuzinergruft |
| Generated | Generated |
Steig die Rampe hinauf auf die Bastei und schau zuerst nach oben: Über dem Eingang schwebt ein riesiges, schmales Flugdach aus Metall, kühn wie ein Sprungbrett ins Leere. Hans Hollein hat es 2003 gebaut, und halb Wien hat damals darüber gestritten. Darunter aber steht ein Palais, das eine Liebesgeschichte erzählt.
Maria Theresia hatte sechzehn Kinder und verheiratete die meisten nach politischem Kalkül. Nur ihrer Lieblingstochter Marie Christine erlaubte sie eine Liebesheirat, mit Herzog Albert von Sachsen-Teschen. Albert sammelte Zeichnungen und Druckgrafiken mit einer Leidenschaft, die an Besessenheit grenzte. Als Gründungsjahr seiner Sammlung gilt 1776, und aus ihr wurde die Albertina, eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt. Dürers Feldhase von 1502 gehört dazu. Er ist so lichtempfindlich, dass er fast immer im Dunkeln liegt.
Jetzt geh an die Brüstung und schau hinunter. Unter dir liegt der Burggarten, einst der private Garten der Kaiserfamilie, erst seit 1919 für alle offen. Das lange Glashaus aus Jugendstil ist das Palmenhaus, gebaut von Friedrich Ohmann, demselben Architekten, der Sisis Denkmal im Volksgarten gestaltet hat. Und irgendwo zwischen den Bäumen steht Mozart aus weißem Marmor, ein Werk Viktor Tilgners von 1896, das nach dem Krieg in den Garten übersiedelt ist.
Dreh dich jetzt zum Platz vor der Albertina. Dort stand bis 1945 ein großes Wohnhaus, der Philipphof. Am 12. März 1945 traf ihn eine Fliegerbombe, und Hunderte Menschen, die in seinem Keller Schutz gesucht hatten, starben. Heute steht dort das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka. Eine seiner Figuren zeigt einen Juden, der auf Knien die Straße schrubbt, so wie es im März 1938 in Wien tatsächlich geschah.
Über dir auf der Bastei reitet Erzherzog Albrecht, der Sieger von Custozza 1866. Im selben Jahr verlor Österreich bei Königgrätz gegen Preußen den Krieg, und der Sieg war beinahe vergessen. Geh jetzt die Tegetthoffstraße hinunter zum Neuen Markt. Dort, hinter einer ganz schlichten Fassade, liegen die Habsburger.