Freihaus auf der Wieden: Wo die Zauberflöte zur Welt kam

Why is it significant?

Schau dich um: Wohnhäuser, kleine Galerien und Lokale in der Schleifmühlgasse, dahinter der lange, moderne Riegel der Technischen Universität, der den Namen Freihaus trägt. Nichts hier sieht nach Opernbühne aus. Und doch erklang in diesem Geviert am 30. September 1791 zum ersten Mal die Zauberflöte.

Key Facts

PlaceFreihaus auf der Wieden: Wo die Zauberflöte zur Welt kam
AddressMühlgasse / Operngasse, 1040 Wien, Austria
Geo Coordinates48.19830, 16.36570
Part of WalkWien klingt: Auf den Spuren von Mozart, Beethoven, Strauss und Schubert
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Schau dich um: Wohnhäuser, kleine Galerien und Lokale in der Schleifmühlgasse, dahinter der lange, moderne Riegel der Technischen Universität, der den Namen Freihaus trägt. Nichts hier sieht nach Opernbühne aus. Und doch erklang in diesem Geviert am 30. September 1791 zum ersten Mal die Zauberflöte.

Das alte Freihaus war eine Welt für sich, eine riesige Wohnanlage der Fürsten Starhemberg mit vielen Höfen, Werkstätten, einer Kapelle und Hunderten Bewohnern. Den Namen hatte es, weil es von bestimmten städtischen Abgaben befreit war. In einem der Höfe stand ein Vorstadttheater, das Theater auf der Wieden, das Emanuel Schikaneder ab 1789 leitete. Hier ging es nicht um höfische Etikette, hier wollte ein buntes Publikum Zauber, Maschinen, Witz und Musik. Verwandlungen, Flugwerke und Donnerbleche gehörten zum Handwerk, und das Vorstadtpublikum lachte, staunte und sang die Melodien auf dem Heimweg nach.

Genau dafür schrieb Mozart die Zauberflöte, auf ein Libretto von Schikaneder, der selbst den Papageno spielte. Bei der Premiere dirigierte Mozart vom Klavier aus. Der Überlieferung nach komponierte er Teile der Oper in einem kleinen Gartenhäuschen im Freihaus. Dieses Zauberflötenhäuschen wurde im 19. Jahrhundert nach Salzburg gebracht und steht dort bis heute.

Den Triumph erlebte Mozart nur noch wenige Wochen. Im Oktober 1791 schrieb er seiner Frau begeistert von vollen Vorstellungen, und was ihn am meisten freue, sei der stille Beifall, die Ergriffenheit des Publikums. Am 5. Dezember 1791 starb er, mit 35 Jahren, während die Zauberflöte weiter vor ausverkauftem Haus lief. Schikaneder verdiente prächtig daran und baute sich davon ein paar Jahre später sein neues Theater an der Wien.

Das Freihaus selbst verfiel, wurde im 20. Jahrhundert in Etappen abgerissen, und Bomben im Zweiten Weltkrieg taten den Rest. So ist von dem Ort, an dem eine der meistgespielten Opern der Welt geboren wurde, buchstäblich nichts geblieben außer dem Namen. Geh jetzt nach Südwesten, durch die Gassen der Wieden zur Kettenbrückengasse. Dort endet unser Weg, in einem kleinen Zimmer.

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