Santa Maria della Salute: Das Gelübde gegen die Pest
Why is it significant?
Steig die breiten Stufen hinauf und dreh dich dann um. Vor dir der Canal Grande, gegenüber die Paläste am Ufer von San Marco, und über dir eine Kuppel, getragen von großen steinernen Voluten, die die Venezianer orecchioni nennen, große Ohren.
Key Facts
| Place | Santa Maria della Salute: Das Gelübde gegen die Pest |
|---|---|
| Address | Campo della Salute, Dorsoduro 1, 30123 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43060, 12.33470 |
| Part of Walk | Venedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere |
| Generated | Generated |
Steig die breiten Stufen hinauf und dreh dich dann um. Vor dir der Canal Grande, gegenüber die Paläste am Ufer von San Marco, und über dir eine Kuppel, getragen von großen steinernen Voluten, die die Venezianer orecchioni nennen, große Ohren. Santa Maria della Salute, die Heilige Maria der Gesundheit. Der Grundriss ist ein Achteck, und die Kuppel ist von fast jedem Ufer der Stadt aus zu sehen. Sie ist kein Prestigebau. Sie ist ein Gelübde.
1630 brach in Venedig die Pest aus. In gut einem Jahr starben in der Stadt rund 46.000 Menschen, fast ein Drittel der Bevölkerung. Im Oktober 1630 legte der Senat ein Gelübde ab: Wenn die Seuche endet, baut die Republik der Muttergottes eine Kirche. Als die Pest 1631 abklang, schrieb man einen Wettbewerb aus. Gewonnen hat ihn ein Architekt Anfang dreißig, Baldassare Longhena.
Das Problem war der Boden. Diese Spitze von Dorsoduro ist weicher Lagunengrund, und eine so schwere Kirche brauchte ein Fundament, das hält. Die Überlieferung spricht von über einer Million Holzpfählen, die man in den Grund rammte. Mehr als fünfzig Jahre wurde gebaut, geweiht wurde die Kirche 1687. Longhena erlebte das nicht mehr: Er starb 1682, fünf Jahre zu früh für sein eigenes Meisterwerk.
Jedes Jahr am 21. November, zur Festa della Salute, legen die Venezianer eine Brücke aus Booten und Pontons über den Canal Grande, und die ganze Stadt pilgert hierher und zündet Kerzen an. Danach isst man Castradina, einen Eintopf aus geräuchertem Hammelfleisch und Kohl, der Überlieferung nach eine Erinnerung an die Zeit der Seuche. Und in der Sakristei hängen Werke von Tizian und Tintorettos Hochzeit zu Kana.
Jetzt nur noch ein paar Schritte. Geh um die Kirche herum, am Ufer entlang, bis dorthin, wo Venedig spitz ins Wasser läuft. Du gehst am langen Bau des alten Patriarchalseminars vorbei, und dann öffnet sich plötzlich der Himmel über dem Wasser. Ganz vorne dreht sich eine goldene Figur im Wind.