Punta della Dogana: Die Spitze der Stadt

Why is it significant?

Du stehst an der äußersten Spitze von Dorsoduro, und links und rechts von dir strömt das Wasser: der Canal Grande auf der einen Seite, der Giudecca-Kanal auf der anderen, vor dir das weite Becken von San Marco.

Key Facts

PlacePunta della Dogana: Die Spitze der Stadt
AddressFondamenta della Dogana alla Salute, Dorsoduro 2, 30123 Venezia VE, Italy
Geo Coordinates45.43070, 12.33630
Part of WalkVenedig, Dorsoduro: Kunst von Tizian bis Peggy Guggenheim, Tiepolo und die Zattere
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Du stehst an der äußersten Spitze von Dorsoduro, und links und rechts von dir strömt das Wasser: der Canal Grande auf der einen Seite, der Giudecca-Kanal auf der anderen, vor dir das weite Becken von San Marco. Gegenüber leuchten der Dogenpalast und der Campanile, daneben die Insel San Giorgio Maggiore. Kaum ein Ort zeigt dir Venedig so vollständig auf einen Blick.

Hier legten früher die Schiffe an, die Waren übers Meer in die Stadt brachten, und hier wurde verzollt. Das Zollhaus, die Dogana da Mar, entstand in seiner heutigen Form im späten 17. Jahrhundert nach Plänen von Giuseppe Benoni. Auf dem Turm tragen zwei Atlanten eine goldene Kugel, und auf der Kugel steht Fortuna, die Göttin des Glücks, und dreht sich als Wetterfahne mit dem Wind. Das Glück der Republik, sagt dieses Bild, ist launisch wie das Wetter.

Jahrzehntelang stand das Zollhaus leer und verfiel. Dann erhielt der französische Sammler François Pinault den Zuschlag, und der japanische Architekt Tadao Ando baute es um. 2009 wurde es als Museum für Gegenwartskunst eröffnet. Ando ließ die alten Ziegelmauern und Holzbalken sichtbar und setzte glatten Beton hinein, wie einen Kern in eine alte Schale. Alt und Neu, im selben Atemzug.

Setz dich einen Moment auf die Stufen am Wasser. Denk an den Weg, den du gegangen bist: von einer Brücke, auf der Fäuste flogen, über Tiepolos Himmel und Veroneses Kirche, die Gondelwerft und die Accademia bis zu Peggys Garten und der Pestkirche. Venedig hat seine Kunst nie in einen einzigen Tempel gesperrt. Sie liegt in Pfarrkirchen, Zunfthäusern, Werften und Palästen, so selbstverständlich wie das Wasser.

Von hier kannst du zurück zur Salute gehen und dort das Vaporetto nehmen. Oder du bleibst noch, bis die Sonne im Westen sinkt und die goldene Fortuna über dir ein letztes Mal aufleuchtet. Unser Spaziergang endet hier, an der Spitze der Stadt, wo Venedig dem Meer entgegenschaut. Danke, dass du mitgegangen bist, und komm wieder: Diese Stadt zeigt sich nie zweimal gleich.

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