Casa di Goldoni – Kaffee und Komödie
Why is it significant?
In der engen Calle dei Nomboli öffnet sich ein Tor zu einem kleinen gotischen Innenhof mit Brunnen und einer steinernen Außentreppe: Das ist der Palazzo Centani, das Geburtshaus von Carlo Goldoni. Hier kam am 25.
Key Facts
| Place | Casa di Goldoni – Kaffee und Komödie |
|---|---|
| Address | Calle dei Nomboli, San Polo 2794, 30125 Venezia VE, Italy |
| Geo Coordinates | 45.43620, 12.32830 |
| Part of Walk | Venedig für Genießer: Rialto-Märkte, Bacari und Cicchetti |
| Generated | Generated |
In der engen Calle dei Nomboli öffnet sich ein Tor zu einem kleinen gotischen Innenhof mit Brunnen und einer steinernen Außentreppe: Das ist der Palazzo Centani, das Geburtshaus von Carlo Goldoni. Hier kam am 25. Februar 1707 der Mann zur Welt, der das italienische Theater von seinen starren Masken befreite und Venedig so auf die Bühne stellte, wie es wirklich redete, stritt, aß und trank.
Getrunken wurde vor allem: Kaffee. Venezianische Kaufleute kannten das Getränk aus dem Osmanischen Reich, und Venedig gehörte zu den ersten Städten Europas, in denen man ihn öffentlich ausschenkte. Im 18. Jahrhundert zählte die Stadt Hunderte von Kaffeehäusern, ein Treffpunkt für Klatsch, Politik und Liebesabenteuer. Auf dem Markusplatz eröffnete 1720 das Caffè Florian, das es bis heute gibt.
1750 schrieb Goldoni La bottega del caffè, Das Kaffeehaus. Das Stück spielt auf einem kleinen venezianischen Platz zwischen Kaffeeschenke, Spielhaus und Barbierladen, und im Mittelpunkt steht ein Klatschmaul namens Don Marzio, der alles weiß, alles weitererzählt und fast alles falsch versteht. Wer heute in einem bacaro dem Gerede am Tresen zuhört, merkt schnell: Goldoni hat nicht viel erfunden, er hat gut zugehört.
Seine Stücke sind voller Essen. Im Diener zweier Herren versucht der ewig hungrige Truffaldino, zwei Herren gleichzeitig zu bedienen, vor allem, um doppelt essen zu können. Die Szene, in der er zwei Mahlzeiten parallel serviert und dabei selbst mitisst, ist bis heute ein Bühnenklassiker. Und in Le baruffe chiozzotte von 1762 zanken die Frauen der Fischer von Chioggia, während ihre Männer auf See sind, um Eifersucht, Klatsch und Ehre.
Goldoni wurde in seiner Heimatstadt angefeindet, ging 1762 nach Paris und kam nie zurück. Er starb dort im Februar 1793, verarmt, nachdem die Revolution ihm seine königliche Pension gestrichen hatte. Einen Tag nach seinem Tod beschloss der Nationalkonvent, sie wieder auszuzahlen... zu spät. Geh jetzt nach Norden, über den Campo San Stin und an San Boldo vorbei, bis sich der Campo San Giacomo dell'Orio öffnet.