Plaza de Santa Cruz: Murillos verlorenes Grab
Why is it significant?
Mitten auf der Plaza de Santa Cruz steht ein Kreuz aus Schmiedeeisen, so fein gearbeitet, dass es aus der Ferne wie schwarze Spitze wirkt. Ringsum Bänke, Orangenbäume, Blumen, Häuser in Ocker und Weiß. Es ist einer der stillsten Plätze Sevillas, und er steht auf einer Lücke.
Key Facts
| Place | Plaza de Santa Cruz: Murillos verlorenes Grab |
|---|---|
| Address | Plaza de Santa Cruz, 41004 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38520, -5.98850 |
| Part of Walk | Kaiser, Kathedrale, Judería: Sevillas Altstadt zwischen Giralda, Real Alcázar und Santa Cruz |
| Generated | Generated |
Mitten auf der Plaza de Santa Cruz steht ein Kreuz aus Schmiedeeisen, so fein gearbeitet, dass es aus der Ferne wie schwarze Spitze wirkt. Ringsum Bänke, Orangenbäume, Blumen, Häuser in Ocker und Weiß. Es ist einer der stillsten Plätze Sevillas, und er steht auf einer Lücke.
Hier stand die Kirche Santa Cruz, wie Santa María la Blanca ursprünglich eine Synagoge, die nach 1391 zur Kirche geweiht wurde. In ihr wurde 1682 Bartolomé Esteban Murillo beigesetzt, der beliebteste Maler der Stadt. Dann kamen 1810 die Truppen Napoleons. Die Besatzer ließen die Kirche abreißen, und mit ihr verschwand das Grab. Murillos Gebeine wurden nie wiedergefunden. Er liegt irgendwo hier, ohne Grabstein, vielleicht unter deinen Füßen.
Das Kreuz in der Mitte heißt Cruz de la Cerrajería, Kreuz der Schlosser. Es wurde 1692 geschmiedet und stand ursprünglich in der Innenstadt, dort, wo die Schlosser ihre Werkstätten hatten. Erst im 20. Jahrhundert brachte man es hierher. Und das ist kein Zufall, denn das Barrio de Santa Cruz, wie du es heute erlebst, wurde in den 1910er- und 1920er-Jahren liebevoll neu gestaltet, mit Plätzen, Kacheln und Brunnen, als Sevilla sich für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 herausputzte.
Treibende Kraft war der Marqués de la Vega-Inclán, Kunstsammler und ab 1911 der erste königliche Beauftragte Spaniens für den Tourismus. Er hatte verstanden, dass die Reisenden das maurische, romantische Sevilla suchten, und er gab ihnen ein Viertel, das noch romantischer war als das Original. Es ist ein schöner Gedanke: Vieles, was dir hier uralt vorkommt, ist gerade einmal hundert Jahre alt.
Murillo hätte die Menschen dieses Viertels trotzdem wiedererkannt, denn die Kinder und Bettler aus diesen Gassen hat er gemalt. Geh nun nach Süden, über die kleine Plaza de Alfaro, bis zu den großen Bäumen der Jardines de Murillo. Dort erfährst du, warum seine berühmtesten Straßenjungen heute in München hängen.