Pabellón de Carlos V in den Gärten des Alcázar
Why is it significant?
Folge den Wegen durch die Gärten des Alcázar, zwischen Myrtenhecken, Palmen und Orangenbäumen, bis du vor einem kleinen quadratischen Pavillon stehst, umgeben von einem Bogengang. Innen glänzen die Wände von Kacheln, und durch die Bögen fällt grünes Licht. Das ist der Pabellón de Carlos V.
Key Facts
| Place | Pabellón de Carlos V in den Gärten des Alcázar |
|---|---|
| Address | Jardines del Real Alcázar, Patio de Banderas s/n, 41004 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38280, -5.99020 |
| Part of Walk | Kaiser, Kathedrale, Judería: Sevillas Altstadt zwischen Giralda, Real Alcázar und Santa Cruz |
| Generated | Generated |
Folge den Wegen durch die Gärten des Alcázar, zwischen Myrtenhecken, Palmen und Orangenbäumen, bis du vor einem kleinen quadratischen Pavillon stehst, umgeben von einem Bogengang. Innen glänzen die Wände von Kacheln, und durch die Bögen fällt grünes Licht. Das ist der Pabellón de Carlos V.
Gebaut wurde er in den 1540er-Jahren, an einer Stelle, an der schon in almohadischer Zeit ein Gartenpavillon stand. Er trägt den Namen des Kaisers, aber Karl V. hat ihn vermutlich nie gesehen. Soweit wir wissen, war er nur 1526 länger in Sevilla, für seine Hochzeit. Danach zog das Paar weiter nach Granada, in die Alhambra, wo es monatelang blieb. Dort ließ Karl später seinen eigenen Renaissancepalast beginnen.
Stell dir diesen Garten im Frühjahr 1526 vor. Ein junger Kaiser, aufgewachsen in Flandern, der Spanisch erst als Erwachsener gelernt hatte, Herr über Kastilien, Aragón, Neapel, die Niederlande und ein Reich in Amerika, das gerade erst mit Gewalt erobert wurde. Und eine portugiesische Prinzessin, klug, fromm und selbstbewusst. Während Karl auf Feldzügen war, regierte Isabella Spanien als Statthalterin, und das, sagen die Historiker, ziemlich gut.
Die Geschichte endet traurig. Isabella starb 1539 in Toledo nach der Geburt eines tot geborenen Sohnes, mit nur 35 Jahren. Karl heiratete nie wieder, und es heißt, er habe von da an nur noch Schwarz getragen. Als ihr Leichnam nach Granada gebracht wurde, soll Francisco de Borja beim Anblick der Toten beschlossen haben, nie wieder einem sterblichen Herrn zu dienen. Er wurde Jesuit und später heiliggesprochen. Tizian malte Isabella neun Jahre nach ihrem Tod nach älteren Vorlagen, so schön, wie Karl sie in Erinnerung behalten wollte.
Halte in Sevilla die Augen offen nach zwei Säulen mit einem Spruchband: Plus Ultra, noch weiter. Das war Karls Wahlspruch, die Säulen des Herkules, über die hinaus seine Schiffe fuhren, und er steht bis heute im spanischen Wappen. Verlass die Gärten nun über den Patio de Banderas, überquere die Plaza del Triunfo, und vor dir liegt ein strenger, eleganter Bau aus hellem Stein: das Gedächtnis eines Weltreichs.