Real Alcázar: Der Palast Peters I. und der Salón de Embajadores
Why is it significant?
Stell dich in den Patio de la Montería und schau auf die Fassade vor dir. Sie sieht aus wie ein Gruß aus der Alhambra: feines Gitterwerk aus Stein, Bögen auf schlanken Säulen, ein weit vorkragendes Holzdach. Und doch hat sie ein christlicher König bauen lassen. Schau dir die Inschriften an.
Key Facts
| Place | Real Alcázar: Der Palast Peters I. und der Salón de Embajadores |
|---|---|
| Address | Patio de Banderas s/n, 41004 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38340, -5.99140 |
| Part of Walk | Kaiser, Kathedrale, Judería: Sevillas Altstadt zwischen Giralda, Real Alcázar und Santa Cruz |
| Generated | Generated |
Stell dich in den Patio de la Montería und schau auf die Fassade vor dir. Sie sieht aus wie ein Gruß aus der Alhambra: feines Gitterwerk aus Stein, Bögen auf schlanken Säulen, ein weit vorkragendes Holzdach. Und doch hat sie ein christlicher König bauen lassen.
Schau dir die Inschriften an. In arabischer Schrift wiederholt sich der Wahlspruch der Nasriden von Granada, dass es keinen Sieger gibt außer Gott. Daneben nennt sich in gotischen Buchstaben der Bauherr selbst: Don Pedro, König von Kastilien und León, dazu ein Datum, das unserem Jahr 1364 entspricht. Peter I. holte Handwerker aus Granada und Toledo und ließ sich einen Palast bauen, der islamisch aussah und christlich regierte. Man nennt diesen Stil Mudéjar.
Peter war ein König mit zwei Beinamen. Seine Gegner nannten ihn den Grausamen, seine Anhänger den Gerechten. In diesem Alcázar ließ er 1358 seinen Halbbruder Fadrique erschlagen, so berichten die Chroniken. Elf Jahre später tötete ihn ein anderer Halbbruder, Heinrich von Trastámara, mit eigener Hand. Die Frau, die Peter wirklich liebte, war María de Padilla, und ihr Name begegnet dir im Alcázar bis heute.
Geh weiter durch den Patio de las Doncellas mit seinem langen Wasserbecken bis in den Salón de Embajadores, den Gesandtensaal. Über dir schwebt eine Kuppel aus vergoldetem Holz, 1427 eingesetzt, ein Sternenhimmel aus unzähligen geschnitzten Teilen. Hier, so will es die Überlieferung, gaben sich im März 1526 Karl V. und Isabella von Portugal das Jawort. Sie war seine Cousine, die Ehe ein Staatsakt mit gewaltiger Mitgift, und doch berichten die Zeitgenossen, dass die beiden einander aufrichtig liebten.
Lass dir Zeit in diesen Räumen, in den Höfen, in den Sälen mit ihren Kacheln. Dann such den Weg hinaus in die Gärten, vorbei an Wasserbecken, Palmen und Hecken, bis zu einem kleinen Pavillon mit einem Bogengang ringsum. Er trägt den Namen des Kaisers, der hier geheiratet hat.