Centro Cerámica Triana: Die Öfen von Santa Ana
Why is it significant?
Vor dir liegt ein altes Fabrikgebäude an der Calle Antillano Campos, und drinnen öffnen sich dunkle Kammern aus Ziegel: Brennöfen, in denen über Generationen Ton zu Keramik gebrannt wurde. Es riecht nicht mehr nach Rauch, aber die Hitze kannst du dir noch vorstellen.
Key Facts
| Place | Centro Cerámica Triana: Die Öfen von Santa Ana |
|---|---|
| Address | Calle Antillano Campos 14, 41010 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38550, -6.00460 |
| Part of Walk | Triana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses |
| Generated | Generated |
Vor dir liegt ein altes Fabrikgebäude an der Calle Antillano Campos, und drinnen öffnen sich dunkle Kammern aus Ziegel: Brennöfen, in denen über Generationen Ton zu Keramik gebrannt wurde. Es riecht nicht mehr nach Rauch, aber die Hitze kannst du dir noch vorstellen.
Das Centro Cerámica Triana wurde 2014 in der ehemaligen Fabrik der Cerámica Santa Ana eröffnet, einer der traditionsreichsten Werkstätten des Viertels. Getöpfert wurde in Triana aber schon viel länger, wohl seit der Antike. Den Ton gab das Flussufer her, und der Fluss trug die fertige Ware in die Welt. Ganze Straßen hießen nach diesem Handwerk, die Calle Alfarería zum Beispiel, die Töpferstraße.
Sogar die beiden Schutzheiligen Sevillas waren Töpferinnen aus Triana: Justa und Rufina. Der Legende nach weigerten sie sich im 3. Jahrhundert, ihre Gefäße für ein heidnisches Fest herzugeben, stürzten ein Götterbild und starben als Märtyrerinnen. Auf vielen Bildern halten die beiden die Giralda zwischen sich, denn man erzählt, sie hätten den Turm bei einem Erdbeben festgehalten. Wenn du in Sevilla zwei Frauen mit Tonkrügen und einem Turm siehst, weißt du jetzt, wer sie sind.
Im 20. Jahrhundert erlebte die Keramik Trianas noch einmal eine große Blüte. Für die Iberoamerikanische Ausstellung von 1929 brannten die Werkstätten Unmengen von Kacheln, für die Plaza de España, für Fassaden, Bänke, Brunnen und Kapellen in der ganzen Stadt. Schau um die Ecke auf die gekachelten Fassaden der Calle San Jorge, dann siehst du, wie sich die Werkstätten selbst ihr Schaufenster bauten.
Und was hat das alles mit Flamenco zu tun? Mehr, als man denkt. Töpfer und Schmiede, gitanos und andere Familien lebten hier Tür an Tür, arbeiteten mit Feuer und Rhythmus, und ihre Lieder wanderten von Hof zu Hof. Nicht umsonst hieß einer der Sänger der alten soleares el Ollero, der Töpfer. Geh jetzt durch die Calle San Jorge nach Osten bis zur Calle Castilla und biege in die schmale Gasse neben der Markthalle. Dort beginnt das dunkelste Kapitel Trianas.