Calle Castilla und die Iglesia de la O
Why is it significant?
Geh die Calle Castilla entlang, eine lange, leicht gekrümmte Straße mit niedrigen Häusern, Türen aus dunklem Holz und Balkonen voller Geranien. Rechts öffnet sich eine Kirchenfassade mit einem gekachelten Turm: Nuestra Señora de la O. Der Name klingt seltsam, la O, einfach der Buchstabe O.
Key Facts
| Place | Calle Castilla und die Iglesia de la O |
|---|---|
| Address | Calle Castilla 30, 41010 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38710, -6.00510 |
| Part of Walk | Triana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses |
| Generated | Generated |
Geh die Calle Castilla entlang, eine lange, leicht gekrümmte Straße mit niedrigen Häusern, Türen aus dunklem Holz und Balkonen voller Geranien. Rechts öffnet sich eine Kirchenfassade mit einem gekachelten Turm: Nuestra Señora de la O.
Der Name klingt seltsam, la O, einfach der Buchstabe O. Er stammt aus der Liturgie. In den Tagen vor Weihnachten singt die Kirche alte Antiphonen, die alle mit dem Ausruf O beginnen, O Weisheit, O Morgenstern. Die Virgen de la O ist die Madonna der Erwartung, die Mutter kurz vor der Geburt. Die Kirche entstand Ende des 17. Jahrhunderts, und ihre Bruderschaft verehrt auch einen Christus mit dem Kreuz, der dem großen Bildhauer Pedro Roldán zugeschrieben wird.
Diese Straße hat auch eine musikalische Seite. Triana hat nicht nur Sänger hervorgebracht, sondern auch große Tänzerinnen. Eine der bedeutendsten des 20. Jahrhunderts, Matilde Coral, wurde 1935 in Triana geboren. Sie stand für die Eleganz der Sevillaner Schule, mit dem Schultertuch und dem Kleid mit langer Schleppe, der bata de cola, und sie unterrichtete Generationen von Tänzerinnen. Als sie 2023 starb, nahm ganz Sevilla Abschied.
Und dann ist da eine ganz andere Musik, die den Namen dieses Viertels in die Welt trug. In den 1970er-Jahren gründeten drei junge Musiker in Sevilla eine Band, die Rock mit Flamenco mischte, mit Keyboards, E-Gitarre und der rauen Stimme des cante. Sie nannten sich schlicht Triana. Der Name war ein Programm: Flamenco musste nicht im Museum bleiben, er konnte sich mit allem verbinden. Der sogenannte rock andaluz wurde zum Soundtrack einer Generation, die nach Francos Tod 1975 endlich frei atmen wollte.
Wenn du hier abends unterwegs bist, hörst du manchmal aus einem Hinterhof eine Gitarre, und du weißt nicht, ob es eine soleá ist oder ein Rocksong von damals. Beides gehört hierher. Biege jetzt links in die Gassen ab, hinüber zur Calle Alfarería, der alten Straße der Töpfer.