Castillo de San Jorge und Callejón de la Inquisición
Why is it significant?
Du stehst in einem schmalen, gepflasterten Gang zwischen hohen Mauern, der von der Calle Castilla hinunter zum Fluss führt. Er heißt Callejón de la Inquisición. Gleich daneben summt der Mercado de Triana, mit Ständen voller Oliven, Schinken, Fisch und Kacheln.
Key Facts
| Place | Castillo de San Jorge und Callejón de la Inquisición |
|---|---|
| Address | Callejón de la Inquisición, 41010 Sevilla, Spain |
| Geo Coordinates | 37.38640, -6.00360 |
| Part of Walk | Triana: Flamenco, Keramik und Seefahrer in Sevillas Viertel jenseits des Flusses |
| Generated | Generated |
Du stehst in einem schmalen, gepflasterten Gang zwischen hohen Mauern, der von der Calle Castilla hinunter zum Fluss führt. Er heißt Callejón de la Inquisición. Gleich daneben summt der Mercado de Triana, mit Ständen voller Oliven, Schinken, Fisch und Kacheln. Und unter diesem Markt liegen die Grundmauern einer Burg.
Das Castillo de San Jorge bewachte seit dem Mittelalter den Zugang zur Schiffsbrücke. 1481 zog hier das erste Tribunal der neuen spanischen Inquisition ein. Im Februar 1481 fand in Sevilla das erste Autodafé statt, und sechs Menschen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Opfer jener ersten Jahre waren vor allem conversos, getaufte Juden und ihre Nachkommen, denen man vorwarf, heimlich am alten Glauben festzuhalten.
Durch diese Gasse, so erzählt man, wurden Gefangene geführt. Die Kerker lagen in der Burg, die Verhöre fanden hinter diesen Mauern statt. Die Inquisition blieb hier mehr als dreihundert Jahre, bis 1785. Erst als der Fluss die feuchten Mauern immer weiter zerstörte, zog sie in die Stadt um. Im 19. Jahrhundert wurde die Burg abgetragen, und auf ihren Resten entstand der Markt. Später traf das Tribunal nicht mehr nur conversos, sondern auch Moriscos, also getaufte Muslime, vermeintliche Protestanten, Frauen, denen man Zauberei vorwarf, und Menschen, die nur ein unbedachtes Wort gesagt hatten.
Seit 2009 kannst du unter dem Markt ein Museum besuchen, das die Ruinen zeigt und die Geschichte der Inquisition erzählt, nüchtern und eindringlich: wie Denunziation funktionierte, wie Angst ein ganzes Viertel durchdrang. Es ist kein Ort für Schauergeschichten, sondern für Fragen. Wer wurde beschuldigt? Wer profitierte davon? Und warum schwiegen die Nachbarn?
Oben im Markt geht das Leben laut weiter, und genau das ist Triana: Über den Ruinen der Angst wird gehandelt, gelacht und gegessen. Probier eine Handvoll Oliven oder schau bei den Keramikständen vorbei. Dann geh die Calle Castilla hinauf nach Nordwesten, bis zu einer Barockkirche mit einem gekachelten Turm.