Real Casa de la Moneda: Silber für den Kaiser

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Die Gassen werden hier ruhiger, die Fassaden schlichter. Du stehst vor dem Komplex der Real Casa de la Moneda, der königlichen Münze, einem Block aus Höfen, Durchgängen und ehemaligen Werkstätten, dem man von außen kaum ansieht, wie viel Reichtum durch ihn geflossen ist.

Key Facts

PlaceReal Casa de la Moneda: Silber für den Kaiser
AddressCalle Santander, 41001 Sevilla, Spain
Geo Coordinates37.38280, -5.99460
Part of WalkKaiser, Kathedrale, Judería: Sevillas Altstadt zwischen Giralda, Real Alcázar und Santa Cruz
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Die Gassen werden hier ruhiger, die Fassaden schlichter. Du stehst vor dem Komplex der Real Casa de la Moneda, der königlichen Münze, einem Block aus Höfen, Durchgängen und ehemaligen Werkstätten, dem man von außen kaum ansieht, wie viel Reichtum durch ihn geflossen ist. Ganz in der Nähe ragt ein achteckiger Turm der alten Stadtmauer auf, die Torre de la Plata, der Silberturm.

Geld wurde in Sevilla schon im Mittelalter geprägt, aber im 16. Jahrhundert wurde diese Münze zu einer der wichtigsten der Welt. Jede Flotte aus Amerika brachte Gold und vor allem Silber, ab der Mitte des Jahrhunderts besonders aus dem Cerro Rico von Potosí im heutigen Bolivien. Das Metall musste in Sevilla registriert werden, und ein großer Teil wurde hier zu Münzen verarbeitet, allen voran zum real de a ocho, dem Achterstück.

Dieses Achterstück wurde zur ersten Weltwährung. Man bezahlte damit in Antwerpen und in Manila, in China und in den englischen Kolonien Nordamerikas. Die Engländer nannten es den spanischen Dollar, und das Wort Dollar kommt aus dem Deutschen: vom Taler, genauer vom Joachimstaler, einer Silbermünze aus dem böhmischen Erzgebirge. Als die Vereinigten Staaten 1792 ihren eigenen Dollar einführten, nahmen sie das spanische Silberstück zum Maß.

Für Karl V. war dieses Silber Geld, das er oft schon ausgegeben hatte, bevor es ankam. 1519 hatte er die Kaiserwahl gegen den französischen König gewonnen, mit Geschenken an die Kurfürsten, und den größten Teil davon hatte Jakob Fugger aus Augsburg vorgestreckt, mehr als eine halbe Million Gulden. Die Schulden bei Fuggern und Welsern begleiteten ihn sein ganzes Leben. Und den Preis für das Silber zahlten andere, weit weg: Indigene, die in Potosí unter einem System der Zwangsarbeit in die Stollen geschickt wurden.

Woher die Torre de la Plata ihren Namen hat, ist übrigens nicht sicher, vielleicht einfach als Gegenstück zu ihrer berühmteren Nachbarin am Fluss, der Torre del Oro. Geh nun zurück zur Avenida de la Constitución und nach Norden bis zur Südseite der Kathedrale. Dort endet dein Weg, bei einem Grab, das selbst eine Weltreise hinter sich hat.

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