Mercato di Testaccio: Einkaufen über antiken Lagerhäusern
Why is it significant?
Geh zwischen den Ständen hindurch, vorbei an Pyramiden aus Tomaten, an Käselaiben und Kisten voller Zucchiniblüten, und such nach den Stellen, an denen der Boden durchsichtig wird.
Key Facts
| Place | Mercato di Testaccio: Einkaufen über antiken Lagerhäusern |
|---|---|
| Address | Via Aldo Manuzio 66b, 00153 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.87730, 12.47400 |
| Part of Walk | Aventin und Testaccio: Schlüsselloch, Scherbenberg und Arbeiterviertel in Rom |
| Generated | Generated |
Geh zwischen den Ständen hindurch, vorbei an Pyramiden aus Tomaten, an Käselaiben und Kisten voller Zucchiniblüten, und such nach den Stellen, an denen der Boden durchsichtig wird. Unter dicken Glasplatten liegen antike Mauern und Scherben von Tonkrügen, mitten zwischen Einkaufstaschen und Kinderwagen.
Der Markt zog 2012 von der Piazza Testaccio hierher, in einen modernen Bau mit hellem Dach. Als die Bagger anrückten, stießen sie sofort auf das antike Rom: auf Lagerhäuser aus der Kaiserzeit und auf Berge von Amphoren. Statt alles zuzuschütten, ließ man die Funde sichtbar und baute den Markt darüber. Du kaufst dein Gemüse also an der Stelle, an der vor zweitausend Jahren Händler des Emporiums ihre Waren stapelten.
Und die Testaccini kaufen hier wirklich ein, das hörst du. Die Händler kennen ihre Kunden beim Namen, man diskutiert über die Qualität der Artischocken wie anderswo über Politik. Probier einen Supplì, ein frittiertes Reisbällchen mit Tomatensoße und einem Kern aus Mozzarella. Wenn du hineinbeißt, zieht der Käse lange Fäden wie das Kabel eines alten Telefonhörers, und darum heißt er in Rom supplì al telefono.
Dazu gibt es Pizza bianca, ein flaches Brot nur mit Olivenöl und Salz, noch warm aus dem Ofen, und Pecorino romano, den harten, salzigen Schafskäse, ohne den keine römische Pasta auskommt. Im Frühling türmen sich die runden römischen Artischocken ohne Stacheln, die später geschmort oder frittiert werden. Hier wird nicht für Touristen gekocht, sondern für Großmütter, und die sind strenger als jeder Restaurantkritiker. Mittags stehen Bauarbeiter, Büroleute und Studenten nebeneinander an den Imbisstheken, den Pappteller in der Hand, und niemand hat es eilig.
Wenn du die Halle durch den hinteren Ausgang verlässt, schau über die Dächer. Da erhebt sich ein grüner Hügel mit Bäumen und Gestrüpp, und er passt so gar nicht ins schnurgerade Raster der Straßen. Geh auf ihn zu, bis an seinen Fuß. Er ist kein natürlicher Hügel... er ist der größte Müllberg der Antike.