San Carlo alle Quattro Fontane: Borrominis Antwort

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Bleib an der Kreuzung stehen und dreh dich einmal langsam im Kreis: An jeder der vier Ecken liegt ein Brunnen mit einer ruhenden Figur, und in alle vier Richtungen zieht sich eine schnurgerade Straße.

Key Facts

PlaceSan Carlo alle Quattro Fontane: Borrominis Antwort
AddressVia del Quirinale 23, 00187 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.90170, 12.49080
Part of WalkBarockes Rom: Plätze, Kuppeln und Brunnen – das Duell von Bernini und Borromini
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Bleib an der Kreuzung stehen und dreh dich einmal langsam im Kreis: An jeder der vier Ecken liegt ein Brunnen mit einer ruhenden Figur, und in alle vier Richtungen zieht sich eine schnurgerade Straße. An ihren Enden erkennst du Obelisken und ein Stadttor, alles Teil eines Plans von Papst Sixtus dem Fünften, der Rom um 1590 mit Sichtachsen durchzog, als hätte er ein Lineal über die Stadt gelegt.

An einer der Ecken klebt eine Kirche, so klein, dass sie angeblich in einen einzigen der vier Pfeiler passen würde, die die Kuppel von Sankt Peter tragen. Das ist San Carlo alle Quattro Fontane, von den Römern zärtlich San Carlino genannt. 1634 bekam der damals noch unbekannte Borromini den Auftrag von einem kleinen, armen spanischen Orden, den Trinitariern. Es war sein erstes eigenes Bauwerk, und er steckte alles hinein, was er konnte.

Wenn du hineinkommst, schau sofort nach oben. Die ovale Kuppel ist überzogen mit Kassetten in Form von Kreuzen, Achtecken und Sechsecken, die nach oben hin immer kleiner werden. Dadurch wirkt sie viel höher, als sie ist, und das Licht aus der versteckten Laterne scheint aus dem Nichts zu kommen. Alles ist weiß. Borromini brauchte kein Gold und keinen bunten Marmor... nur Geometrie und Licht.

Die wellenförmige Fassade, die du von der Straße aus siehst, war sein letztes Werk. Er begann sie in den 1660er-Jahren und erlebte ihre Vollendung nicht mehr. Zwischen dieser Kirche und Berninis Sant'Andrea liegen nur ein paar hundert Schritte, und die beiden Bauten sind wie ein Gespräch zwischen zwei Männern, die sich nicht ausstehen konnten: Bernini, der Theatermann, der dich mit Gold, Marmor und Wolken überwältigt, und Borromini, der Mathematiker, der dich mit einer weißen Wand zum Staunen bringt.

Wer hat gewonnen? Bernini bekam zu Lebzeiten den Ruhm, Borromini die Bewunderung der Architekten bis heute. Und du hast nun beide gesehen, vom Oratorium am Anfang bis zu dieser Ecke, auf Plätzen, an Brunnen und unter Kuppeln, echten und gemalten. Hier endet unser Spaziergang durch das barocke Rom. Bleib noch einen Moment an der Kreuzung stehen, hör den vier Brunnen zu... und entscheide selbst, wer von den beiden dein Mann ist.

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