Sant'Andrea al Quirinale: Berninis Perle
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich eine kleine Kirche wie eine Bühne: Zwei niedrige Mauern schwingen dir wie Arme entgegen, ein halbrundes Vordach auf Säulen schiebt sich nach vorn, und darüber thront ein Wappen mit Lilien und einer Taube.
Key Facts
| Place | Sant'Andrea al Quirinale: Berninis Perle |
|---|---|
| Address | Via del Quirinale 30, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90070, 12.48940 |
| Part of Walk | Barockes Rom: Plätze, Kuppeln und Brunnen – das Duell von Bernini und Borromini |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich eine kleine Kirche wie eine Bühne: Zwei niedrige Mauern schwingen dir wie Arme entgegen, ein halbrundes Vordach auf Säulen schiebt sich nach vorn, und darüber thront ein Wappen mit Lilien und einer Taube. Das ist Sant'Andrea al Quirinale, und Gian Lorenzo Bernini hat sie gebaut, als er längst weltberühmt war.
Der Auftraggeber war Kardinal Camillo Pamphilj, ein Neffe von Innozenz dem Zehnten, den du am Vierströmebrunnen kennengelernt hast, daher auch die Taube im Wappen. Ab 1658 entstand hier die Kirche für das Noviziat der Jesuiten, für die jungen Männer, die gerade in den Orden eintraten. Das Grundstück war schmal, und Bernini machte daraus einen Trick: Die Kirche ist ein Oval, aber du betrittst es von der Längsseite. Deshalb wirkt der Altar ganz nah, und der Raum breitet sich links und rechts um dich aus wie eine Umarmung.
Wenn du hineingehst, lass den Blick von unten nach oben wandern. Unten rosa und grau geäderter Marmor, oben Gold, und über dem Altar fliegt der heilige Andreas, gemeißelt von Berninis Mitarbeiter Antonio Raggi, auf einer Wolke durch einen geöffneten Giebel hinauf, der Kuppel und dem Licht entgegen. Bernini erzählt eine ganze Geschichte im Raum: das Martyrium unten im Gemälde, die Befreiung in der Statue, der Himmel in der Kuppel.
Bernini war damals um die sechzig und hatte für Päpste Brunnen, Kirchen und Plätze gebaut. Und trotzdem erzählte sein Sohn Domenico später, der Vater sei im Alter oft hierhergekommen, habe still im Raum gesessen und gesagt, dies sei das einzige seiner Bauwerke, das ihm wirklich Freude mache. Nebenan, in den Räumen des heiligen Stanislaus Kostka, eines jungen Polen, der hier 1568 als Novize starb, liegt dessen Figur aus weißem und schwarzem Marmor auf dem Sterbebett, so lebensecht, dass Besucher unwillkürlich leiser werden.
Und nur ein paar Schritte weiter wartet sein größter Rivale. Geh die Via del Quirinale weiter nach Nordosten bis zur Kreuzung mit den vier Brunnen an den Ecken. Dort klebt eine winzige Kirche an der Straßenecke, gebaut von Borromini, und dort endet unser Duell.