Piazza dell'Emporio & Ponte Sublicio: Roms antiker Hafen
Why is it significant?
Stell dich an die Brüstung über dem Fluss, gleich neben der Brücke, und schau hinunter. Tief unten fließt der Tiber zwischen hohen Ufermauern, gegenüber liegen die Dächer von Trastevere. Hier am Fuß des Aventin begann vor über zweitausend Jahren das, was Rom satt machte: sein Hafen.
Key Facts
| Place | Piazza dell'Emporio & Ponte Sublicio: Roms antiker Hafen |
|---|---|
| Address | Piazza dell'Emporio, 00153 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.88280, 12.47620 |
| Part of Walk | Aventin und Testaccio: Schlüsselloch, Scherbenberg und Arbeiterviertel in Rom |
| Generated | Generated |
Stell dich an die Brüstung über dem Fluss, gleich neben der Brücke, und schau hinunter. Tief unten fließt der Tiber zwischen hohen Ufermauern, gegenüber liegen die Dächer von Trastevere. Hier am Fuß des Aventin begann vor über zweitausend Jahren das, was Rom satt machte: sein Hafen.
193 vor Christus ließen zwei Beamte aus der Familie der Aemilier hier das Emporium anlegen, einen gepflasterten Kai mit Rampen und Treppen, und dahinter eine gewaltige Lagerhalle, die Porticus Aemilia, fast fünfhundert Meter lang. Die Lastkähne kamen von der Küste und wurden den Tiber hinaufgetreidelt, gezogen von Ochsen und Männern an langen Seilen. Getreide aus Ägypten, Öl aus Spanien, Wein aus Gallien, alles ging hier an Land.
Auch die Marmorblöcke aus allen Ecken des Reiches wurden ganz in der Nähe abgeladen, aus Griechenland, Kleinasien und Nordafrika. Darum heißt die große Straße hinter dir bis heute Via Marmorata. Bei Ausgrabungen im 19. Jahrhundert fand man noch unbearbeitete Blöcke im Boden, abgeladen und nie abgeholt, wie Pakete, die seit der Antike auf ihren Empfänger warten. Ein Stück flussabwärts sind unten am Wasser noch Reste der alten Kaimauern zu erkennen.
Und die Brücke neben dir? Die heutige Ponte Sublicio stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert. Aber sie trägt den Namen der allerersten Brücke Roms, der hölzernen Pons Sublicius, deren genaue Lage niemand mehr kennt. Auf ihr soll Horatius Cocles ganz allein die Etrusker aufgehalten haben, während die Römer hinter ihm die Balken abrissen. Dann sprang er in voller Rüstung in den Tiber und schwamm ans Ufer. So jedenfalls erzählt es der Geschichtsschreiber Livius, und so mancher Lateinschüler in Deutschland hat sich durch genau diese Szene gequält.
Bis 2015 stand auf diesem Platz übrigens ein Brunnen aus gestapelten Tonkrügen, ein Flüchtling aus dem Nachbarviertel. Wohin er zurückgekehrt ist, siehst du gleich. Geh die Via Marmorata ein Stück nach Süden und biege dann rechts in das Straßenraster von Testaccio ein, bis zu einem Platz mit Bäumen, Bänken und plätscherndem Wasser.