Palais der Legiobank

Why is it significant?

Vor dir steht ein Bankgebäude, das aussieht, als hätte jemand eine Festung aus Walzen und Halbkreisen gebaut: dicke Rundungen, rot und weiß, darüber steinerne Soldaten mit Helmen.

Key Facts

PlacePalais der Legiobank
AddressNa Poříčí 1046/24, 110 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08930, 14.43370
Part of WalkPrag zwischen Jugendstil und Kubismus: Kuppeln, Kristallhäuser und ein Café aus Prismen
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Vor dir steht ein Bankgebäude, das aussieht, als hätte jemand eine Festung aus Walzen und Halbkreisen gebaut: dicke Rundungen, rot und weiß, darüber steinerne Soldaten mit Helmen. Das ist das Palais der Legiobank, und es erzählt von einem Krieg, der für die Tschechen ganz anders endete als für Österreich.

Im Ersten Weltkrieg liefen viele Tschechen und Slowaken aus der österreichisch-ungarischen Armee über oder gerieten in Gefangenschaft. In Russland, Frankreich und Italien bildeten sie eigene Einheiten, die Tschechoslowakischen Legionen, und kämpften gegen ihren alten Kaiser. Die Legionäre in Russland schlugen sich nach der Revolution quer durch Sibirien bis Wladiwostok durch und kehrten zum Teil erst über die Weltmeere heim. Für sie wurde 1919 die Legiobank gegründet, eine Bank für die Ersparnisse der Heimkehrer. Viele Legionäre wurden später Offiziere, Beamte und Politiker des neuen Staates, und ihre Bank sollte zeigen, dass man ihnen etwas verdankte.

Das Gebäude entwarf Josef Gočár Anfang der 1920er-Jahre, und jetzt siehst du, wie sich der Kubismus verwandelt hat. Vor dem Krieg waren es scharfe Kanten und Kristalle. Nach 1918 wollte man einen Nationalstil für den neuen Staat, und die Kanten wurden zu Bögen, Kreisen und Zylindern. Man nannte das Rondokubismus, und die Farben Rot und Weiß sind kein Zufall.

Die Figuren der Legionäre an der Fassade schuf der Bildhauer Jan Štursa, und das umlaufende Relief stammt von Otto Gutfreund. Gutfreund war selbst einer der ersten kubistischen Bildhauer überhaupt, und er hatte den Krieg in der französischen Fremdenlegion erlebt. Schau dir den Fries genau an, er erzählt von Abschied, Kampf und Heimkehr, in Formen, die halb Kubismus und halb Volkskunst sind. Drinnen liegt eine Schalterhalle unter einer Glasdecke, eine der schönsten Bankhallen Prags.

Ein Bankgebäude als Kriegerdenkmal, ein avantgardistischer Stil als Staatssymbol, das ist Prag in den Zwanzigern. Jetzt gehen wir zurück in die Zeit vor dem Krieg, zum größten Jugendstilbau der Stadt. Geh die Na Poříčí nach Westen bis zum Platz der Republik. Dort steht ein Palast, den die Prager ihrer Stadt selbst geschenkt haben.

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