Wenzelsdenkmal und Gedenkstätte für Jan Palach und Jan Zajíc
Why is it significant?
Vor dir reitet der heilige Wenzel, Herzog und Schutzpatron Böhmens, umgeben von vier anderen Landesheiligen. Josef Václav Myslbek hat jahrzehntelang an diesem Denkmal gearbeitet, aufgestellt wurde der Reiter 1912. Seitdem ist der Satz unter Pragern ganz einfach: Wir treffen uns unterm Pferd.
Key Facts
| Place | Wenzelsdenkmal und Gedenkstätte für Jan Palach und Jan Zajíc |
|---|---|
| Address | Václavské náměstí, 110 00 Praha 1, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.07990, 14.42950 |
| Part of Walk | Panzer, Kerzen und Schlüsselbunde: Prag 1968 und 1989 rund um den Wenzelsplatz |
| Generated | Generated |
Vor dir reitet der heilige Wenzel, Herzog und Schutzpatron Böhmens, umgeben von vier anderen Landesheiligen. Josef Václav Myslbek hat jahrzehntelang an diesem Denkmal gearbeitet, aufgestellt wurde der Reiter 1912. Seitdem ist der Satz unter Pragern ganz einfach: Wir treffen uns unterm Pferd. Am Sockel steht eine Bitte aus dem alten Wenzelschoral: Lass uns und die Künftigen nicht untergehen.
Hier wurde am 28. Oktober 1918 die Unabhängigkeit der Tschechoslowakei verkündet. Hier versammelten sich die Menschen im Sommer 1968, malten Parolen auf den Sockel und redeten auf die Panzerbesatzungen ein. Der Heilige hatte schon eine Menge gesehen... aber nicht das, was im folgenden Winter kam.
Am 16. Januar 1969 übergoss sich vor dem Nationalmuseum ein zwanzigjähriger Student mit Benzin und zündete sich an. Jan Palach studierte an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität. In seinem Abschiedsbrief verlangte er das Ende der Zensur und forderte die Menschen auf, nicht zu resignieren. Er unterschrieb als Fackel Nummer eins und kündigte an, andere würden folgen. Er starb drei Tage später. Zu seinem Begräbnis kamen Zehntausende. Ende Februar folgte ihm Jan Zajíc, ein achtzehnjähriger Schüler, nur ein paar Häuser weiter unten am Platz.
Schau jetzt auf den Boden vor dem Denkmal. Das Kreuz im Pflaster, das sich wie unter Hitze aufzuwölben scheint, stammt von der Bildhauerin Barbora Veselá und erinnert an beide jungen Männer. Fast immer liegen hier Kerzen und Blumen. Viele gehen achtlos darüber... und bleiben dann plötzlich stehen.
Zwanzig Jahre später, im Januar 1989, wollten Prager Palachs Todestag hier ehren. Die Polizei trieb sie tagelang mit Wasserwerfern und Knüppeln auseinander, Václav Havel kam ins Gefängnis. Diese Palach-Woche zeigte, wie brüchig das Regime schon war. Zehn Monate später fiel es. Geh jetzt ein Stück den Platz hinunter und links in die Štěpánská, zum Seiteneingang des Palais Lucerna. Drinnen hängt der heilige Wenzel noch einmal... allerdings auf eine Art, die Myslbek nicht gefallen hätte.