Tábor-Tor: Der Eingang zur Festung
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich in einem dicken, grauen Mauerwerk ein barockes Tor, schlicht, wehrhaft, mit schweren Quadern. Kein Märchenschloss wartet dahinter, sondern eine Festung, gebaut für Kanonen. Du betrittst den Vyšehrad so, wie es Soldaten jahrhundertelang taten.
Key Facts
| Place | Tábor-Tor: Der Eingang zur Festung |
|---|---|
| Address | V Pevnosti, 128 00 Praha 2, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.06170, 14.42420 |
| Part of Walk | Prag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich in einem dicken, grauen Mauerwerk ein barockes Tor, schlicht, wehrhaft, mit schweren Quadern. Kein Märchenschloss wartet dahinter, sondern eine Festung, gebaut für Kanonen. Du betrittst den Vyšehrad so, wie es Soldaten jahrhundertelang taten.
Das Tábor-Tor entstand um die Mitte des 17. Jahrhunderts, nach dem Dreißigjährigen Krieg. Damals verwandelten die Habsburger den alten Fürstensitz in eine moderne Barockfestung mit sternförmigen Bastionen, die Prag von Süden schützen sollte. Wo einst Fürsten und Könige residiert hatten, exerzierten jetzt Garnisonen.
Geh ein paar Schritte weiter. Dann siehst du die Mauerreste eines viel älteren Tores, der Špička. Sie gehörte zu der Befestigung, die Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert errichten ließ. Karl verehrte den Vyšehrad als Wiege seiner Přemyslidenvorfahren mütterlicherseits und legte in der Krönungsordnung fest, dass jeder böhmische König am Tag vor seiner Krönung hierher ziehen sollte, um den Ursprung der Dynastie zu ehren. Er ließ die Befestigung erneuern und den Vyšehrad mit den Mauern seiner Neustadt verbinden, sodass das neue Prag nach Süden geschlossen war.
Diese Pracht hielt nicht lange. Im Herbst 1420 belagerten die Hussiten den Vyšehrad, auf dem eine königliche Besatzung saß. Am 1. November schlugen sie das Entsatzheer König Sigismunds unter den Mauern vernichtend. Danach plünderten sie Kirchen und Paläste, und vom Glanz Karls IV. blieb über Generationen wenig mehr als Ruinen. Unter den Habsburgern kamen dann die Bastionen, und erst im 19. Jahrhundert verlor die Festung ihre militärische Bedeutung. Als die Kanonen endlich schwiegen, entdeckten Dichter und Maler den Vyšehrad neu, als romantischen Ort der nationalen Erinnerung.
So überlagern sich hier drei Zeiten: der barocke Wall um dich, die gotischen Steine daneben, und darunter die Sagen von Libuše, die älter sind als alles, was man sehen kann. Folge dem Weg weiter ins Innere, durch ein zweites, prächtigeres Tor, hinter dem eine kleine runde Kirche auf dich wartet.