Leopoldstor und Martinsrotunde
Why is it significant?
Du gehst durch das Leopoldstor, das schönste Tor der Festung, mit Pilastern und Steinschmuck, benannt nach Kaiser Leopold I., unter dem es im späten 17. Jahrhundert entstand.
Key Facts
| Place | Leopoldstor und Martinsrotunde |
|---|---|
| Address | V Pevnosti, 128 00 Praha 2, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.06350, 14.42160 |
| Part of Walk | Prag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden |
| Generated | Generated |
Du gehst durch das Leopoldstor, das schönste Tor der Festung, mit Pilastern und Steinschmuck, benannt nach Kaiser Leopold I., unter dem es im späten 17. Jahrhundert entstand. Und gleich dahinter, fast versteckt zwischen Bäumen, steht ein winziger runder Bau aus grauem Stein mit einem kegelförmigen Dach und einer kleinen Laterne obendrauf.
Die Martinsrotunde ist das älteste erhaltene Gebäude auf dem Vyšehrad, gebaut in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Sie hat einen runden Raum, eine kleine Apsis, dicke Mauern und winzige Fenster, sonst nichts. Fast tausend Jahre steht sie hier, und während Paläste, Kirchen und Burgen um sie herum entstanden und verschwanden, ist sie einfach geblieben. Prag besitzt noch weitere romanische Rotunden, doch diese gilt als die älteste von ihnen.
Sie stammt aus der Zeit von Vratislav II., dem ersten Přemysliden, der den Königstitel trug, 1085 vom Kaiser verliehen. Warum er seinen Sitz von der Prager Burg hierher verlegte, ist eine sehr menschliche Geschichte: Auf der Burg residierte der Bischof von Prag, und das war sein eigener Bruder Jaromír, mit dem er bitter verfeindet war. Also baute Vratislav auf dem Felsen gegenüber seine eigene Residenz, mit eigener Kirche und eigenem Kapitel. Familienstreit als Stadtplanung. Seine Krone verdankte Vratislav übrigens nicht dem Papst, sondern Kaiser Heinrich IV., dem er im Investiturstreit treu zur Seite gestanden hatte.
Dass die Rotunde überlebt hat, verdankt sie nicht nur ihrer Bauweise. Als der Vyšehrad Festung war, nutzte das Militär sie als Lager, zeitweise sogar als Pulvermagazin. Um 1880 wurde sie restauriert, behutsam ergänzt und wieder geweiht, und seitdem finden hier wieder Gottesdienste statt.
Leg kurz die Hand an den Stein der Außenmauer. Er war schon zweihundert Jahre alt, als Karl IV. geboren wurde, älter als die Karlsbrücke und älter als der gotische Veitsdom. Geh jetzt die Straße K Rotundě hinauf Richtung der beiden Kirchtürme, zu einem dunklen, zerbrochenen Steinpfeiler, den der Teufel hier liegen gelassen haben soll.