Schützeninsel und Legionärsbrücke

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Unten auf der Insel wird es plötzlich still. Über dir rumpeln die Straßenbahnen über die Bögen der Legionärsbrücke, um dich herum stehen Kastanien und Bänke, und am Ufer gegenüber leuchtet das goldene Dach des Nationaltheaters. Die Insel heißt Střelecký ostrov, die Schützeninsel.

Key Facts

PlaceSchützeninsel und Legionärsbrücke
AddressStřelecký ostrov, 110 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08100, 14.41000
Part of WalkPrag verborgen: Kleinseite, Kampa und der Garten der Botschaft
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Unten auf der Insel wird es plötzlich still. Über dir rumpeln die Straßenbahnen über die Bögen der Legionärsbrücke, um dich herum stehen Kastanien und Bänke, und am Ufer gegenüber leuchtet das goldene Dach des Nationaltheaters.

Die Insel heißt Střelecký ostrov, die Schützeninsel. Jahrhundertelang übten hier die Prager Schützen das Zielen, mitten im Fluss, wo eine verirrte Kugel niemandem schaden konnte. Im 19. Jahrhundert wurde daraus ein Ort für Feste, Tanz und Versammlungen. Im Sommer spielten Kapellen zum Tanz, und an warmen Abenden war die Insel der Ort, an dem sich Prag traf. 1882 fand hier das allererste große Treffen des Sokol statt, dessen Haus du eben gesehen hast.

Die Brücke über dir hat ihren Namen mehrmals gewechselt, und jeder Name erzählt ein Kapitel. Gebaut wurde sie zwischen 1898 und 1901 und hieß zunächst nach Kaiser Franz I. Nach 1918 erhielt sie den Namen der Tschechoslowakischen Legionen, jener Freiwilligen, die im Ersten Weltkrieg in Russland, Frankreich und Italien für einen eigenen Staat gekämpft hatten. In Russland zogen sie zu Zehntausenden mit der Transsibirischen Eisenbahn bis an den Pazifik, eine der abenteuerlichsten Heimkehren der Militärgeschichte. Die deutschen Besatzer und später die Kommunisten tauften sie um. Erst 1990 kehrten die Legionäre zurück.

Und nun das Theater gegenüber. Auf seinem Bühnenportal steht Národ sobě, die Nation sich selbst. Die Tschechen hatten das Haus mit Spenden aus dem ganzen Land finanziert, bis hin zu Groschen von Dienstmädchen und Bauern. 1881, kurz nach den ersten Vorstellungen, brannte es aus. Innerhalb weniger Wochen kam erneut genug Geld zusammen, und 1883 öffnete es ein zweites Mal.

Setz dich kurz auf eine Bank an der Inselspitze und schau dem Wasser zu, das hier schneller fließt, als man denkt. Dann steig wieder hinauf auf die Brücke, geh zurück zum Kleinseitner Ufer und biege rechts in den Park der Kampa ein, bis zu einer alten Mühle, vor der drei sehr große Babys krabbeln.

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