Museum Kampa und David Černýs Babys
Why is it significant?
Drei Babys krabbeln vor dir über den Rasen, jedes größer als ein Erwachsener, dunkel und glänzend. Geh nah heran und schau ihnen ins Gesicht... sie haben keins. Wo Augen, Nase und Mund sein sollten, sitzt eine Art Schlitz, wie ein Strichcode oder ein Münzeinwurf.
Key Facts
| Place | Museum Kampa und David Černýs Babys |
|---|---|
| Address | U Sovových mlýnů 2, 118 00 Praha 1, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.08400, 14.40850 |
| Part of Walk | Prag verborgen: Kleinseite, Kampa und der Garten der Botschaft |
| Generated | Generated |
Drei Babys krabbeln vor dir über den Rasen, jedes größer als ein Erwachsener, dunkel und glänzend. Geh nah heran und schau ihnen ins Gesicht... sie haben keins. Wo Augen, Nase und Mund sein sollten, sitzt eine Art Schlitz, wie ein Strichcode oder ein Münzeinwurf.
Das ist natürlich David Černý, derselbe Mann, der den Trabi auf Beine gestellt hat. Ursprünglich hat er seine Babys für den Fernsehturm in Žižkov geschaffen, wo seit dem Jahr 2000 eine ganze Reihe von ihnen in schwindelnder Höhe die Betonröhren hinaufklettert. Ein Turm, den viele Prager als Bausünde verachteten, bekam so plötzlich Bewohner. Die drei hier unten sind ihre Geschwister zum Anfassen.
Hinter den Babys steht ein langes Gebäude mit einem Schornstein: die Sova-Mühlen. Sova heißt auf Tschechisch Eule, aber der Name stammt von einem früheren Besitzer. Jahrhundertelang wurde hier mit der Kraft der Moldau Getreide gemahlen. Heute ist es das Museum Kampa, gegründet von Meda Mládková, einer Pragerin, die nach dem kommunistischen Umsturz von 1948 nicht mehr in die Heimat zurückkehrte und im Ausland Werke von Künstlern sammelte, die zu Hause nicht gezeigt werden durften. Ihr Mann Jan Mládek arbeitete als Ökonom beim Internationalen Währungsfonds, und von Washington aus unterstützte das Paar Künstler hinter dem Eisernen Vorhang.
Ihr Herzstück ist František Kupka, ein Böhme, der in Paris zu einem der allerersten Maler der reinen Abstraktion wurde. Mládková sammelte seine Bilder über Jahrzehnte und brachte sie nach der Samtenen Revolution nach Hause. Daneben zeigt das Museum Otto Gutfreund, einen der ersten kubistischen Bildhauer überhaupt. Das Museum öffnete 2003, ein Jahr nach dem großen Hochwasser, das auch die Kampa überflutet hatte.
Setz dich kurz auf die Ufermauer hinter der Mühle: Von hier aus siehst du die Karlsbrücke von der Seite, ohne in ihrem Gedränge zu stecken. Geh nun durch den Park nach Norden, an der Villa des Schauspielers Jan Werich vorbei, bis zu einem langen Platz unter den Bögen einer berühmten Brücke.