Na Kampě: Ein Dorfplatz unter der Brücke

Why is it significant?

Vor dir liegt ein langer Platz mit Bäumen, Laternen und pastellfarbenen Häusern, der eher an einen Dorfanger erinnert als an das Zentrum einer Hauptstadt. Am nördlichen Ende schwingen sich die Bögen der Karlsbrücke über den Platz, und von oben führt eine Treppe herunter.

Key Facts

PlaceNa Kampě: Ein Dorfplatz unter der Brücke
AddressNa Kampě, 118 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08690, 14.40890
Part of WalkPrag verborgen: Kleinseite, Kampa und der Garten der Botschaft
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Vor dir liegt ein langer Platz mit Bäumen, Laternen und pastellfarbenen Häusern, der eher an einen Dorfanger erinnert als an das Zentrum einer Hauptstadt. Am nördlichen Ende schwingen sich die Bögen der Karlsbrücke über den Platz, und von oben führt eine Treppe herunter. Die Massen strömen über die Brücke... und fast niemand steigt hinab.

Die Kampa ist eine Insel, auch wenn man es kaum merkt. Gut einen halben Kilometer ist sie lang und an manchen Stellen nur ein paar Dutzend Meter breit. Auf der einen Seite die Moldau, auf der anderen ein schmaler Kanal, die Čertovka. Woher der Name Kampa kommt, weiß niemand genau. Manche denken an das lateinische campus, das freie Feld, andere erzählen von Soldaten, die hier ihr Lager aufschlugen. Sicher ist nur: Lange war das hier sumpfiges Land, Gärten und Mühlen, und Häuser kamen erst nach und nach. Hier wohnten nicht die Grafen vom Berg, sondern Müller, Fischer, Wäscherinnen und Handwerker.

Auf diesem Platz fanden früher Töpfermärkte statt. Händler kamen mit Kähnen und Wagen und breiteten Krüge, Schüsseln und Kacheln auf dem Pflaster aus. Wenn du dir die Autos wegdenkst, siehst du die Szene noch vor dir: Stroh, Geschirr, feilschende Hausfrauen und das Klappern von Ton.

Schau dir die Hausmauern genauer an. An manchen Ecken markieren kleine Tafeln, wie hoch das Wasser stand. Im August 2002 überflutete die Moldau die ganze Insel, und die Bewohner kamen nur noch mit Booten an ihre Haustüren. Die Kampa lebt seit jeher mit dem Fluss, mit seinem Segen und seiner Wut.

Am südlichen Ende des Platzes, in einer Villa im Park, lebte jahrzehntelang Jan Werich, einer der beliebtesten Schauspieler und Satiriker des Landes, der mit seinem Partner Jiří Voskovec schon in den Dreißigerjahren über Hitler spottete und 1939 nach Amerika fliehen musste. Geh jetzt unter den Bögen der Karlsbrücke hindurch nach Norden, in die Gasse U Lužického semináře, und halte Ausschau nach einer Ampel, wo keine hingehört.

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