Square Jean-XXIII: Notre-Dame von hinten

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Setz dich auf eine Bank unter die Bäume und schau nach oben. Vor dir steigt das Chorhaupt von Notre-Dame empor, umklammert von einem Kranz steinerner Strebebögen, die aussehen wie die Rippen eines riesigen Tieres. Von vorne kennt jeder diese Kathedrale. Von hinten ist sie wilder, fast lebendig.

Key Facts

PlaceSquare Jean-XXIII: Notre-Dame von hinten
AddressSquare Jean-XXIII, Quai de l'Archevêché, 75004 Paris, France
Geo Coordinates48.85250, 2.35050
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Setz dich auf eine Bank unter die Bäume und schau nach oben. Vor dir steigt das Chorhaupt von Notre-Dame empor, umklammert von einem Kranz steinerner Strebebögen, die aussehen wie die Rippen eines riesigen Tieres. Von vorne kennt jeder diese Kathedrale. Von hinten ist sie wilder, fast lebendig.

Diese Strebebögen sind die eigentlichen Heldinnen des Baus. Die Baumeister der Gotik wollten Mauern, die fast nur noch aus Glas bestehen, und Gewölbe in schwindelnder Höhe. Das geht nur, wenn man den enormen Druck der Gewölbe nach außen ableitet, über solche Bögen, die über die Seitenschiffe hinwegspringen. Die großen Bögen am Chor spannen sich über rund fünfzehn Meter, und im 14. Jahrhundert galten sie als atemberaubend kühn.

Im April 2019 standen genau hier Menschen und sahen fassungslos zu, wie der Dachstuhl brannte und der Vierungsturm in die Flammen stürzte. Das Gewölbe bekam Löcher, doch der größte Teil hielt stand, auch dank dieser Bögen. Dann begann eine der größten Restaurierungen unserer Zeit, mit Zimmerleuten, Steinmetzen und Glasern aus ganz Frankreich, und im Dezember 2024 öffnete die Kathedrale wieder ihre Türen. Der neue Vierungsturm ist eine getreue Nachbildung des Turms, den Viollet-le-Duc im 19. Jahrhundert entworfen hatte, bis hinauf zum Hahn auf der Spitze.

Wo du jetzt sitzt, stand übrigens einmal der Palast des Erzbischofs von Paris. Im Februar 1831 stürmte eine aufgebrachte Menge das Gebäude, aus Wut auf Kirche und alte Monarchie, plünderte es und warf Bücher, Möbel und Messgewänder in die Seine. Die Ruine wurde abgerissen, und an ihrer Stelle entstand dieser Garten. Der neugotische Brunnen in der Mitte, mit der Jungfrau Maria, stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Seinen Namen trägt der Garten heute nach Papst Johannes XXIII., der vor seiner Wahl einige Jahre als päpstlicher Nuntius in Paris gelebt hatte. Such dir oben an der Dachkante einen Wasserspeier aus, der dir besonders gefällt. Dann geh weiter nach Osten, über die kleine Straße an der Spitze der Insel. Hinter einem schlichten Gitter führen Stufen hinunter zum Wasser, an einen Ort der Stille.

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