Quai de Bourbon Nr. 19: Das Atelier der Camille Claudel

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Schau dir das Haus mit der Nummer 19 an, ein Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert mit hohen Fenstern zum Fluss. Eine Tafel erinnert an eine Frau, die hier im Erdgeschoss jahrelang Ton knetete und Marmor schlug... und die eines Tages abgeholt wurde.

Key Facts

PlaceQuai de Bourbon Nr. 19: Das Atelier der Camille Claudel
Address19 Quai de Bourbon, 75004 Paris, France
Geo Coordinates48.85320, 2.35530
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Schau dir das Haus mit der Nummer 19 an, ein Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert mit hohen Fenstern zum Fluss. Eine Tafel erinnert an eine Frau, die hier im Erdgeschoss jahrelang Ton knetete und Marmor schlug... und die eines Tages abgeholt wurde.

Camille Claudel war eine der begabtesten Bildhauerinnen ihrer Zeit. Mit rund zwanzig Jahren kam sie in das Atelier von Auguste Rodin und wurde seine Schülerin, Mitarbeiterin, Geliebte und Muse. Manche Hände und Füße an Rodins berühmten Figuren sollen von ihr stammen. Doch Rodin wollte seine langjährige Lebensgefährtin Rose Beuret nicht verlassen, und nach rund zehn Jahren zerbrach die Beziehung. Camille wollte nie wieder nur Rodins Schülerin genannt werden.

1899 zog sie in dieses Haus, und hier entstanden noch bedeutende Werke. Aber sie wurde immer einsamer, verarmt und misstrauisch. Sie war überzeugt, Rodin wolle ihr schaden und ihre Ideen stehlen, verbarrikadierte sich und zerschlug im Zorn viele ihrer eigenen Skulpturen. Die Nachbarn sahen eine verwahrloste Frau mit Katzen, die fast nur noch nachts das Haus verließ.

Am 10. März 1913, wenige Tage nach dem Tod ihres Vaters, der immer zu ihr gehalten hatte, kamen zwei Pfleger und brachten sie in eine psychiatrische Anstalt. Die Familie, vor allem ihre Mutter und ihr Bruder, der Dichter Paul Claudel, hatte die Einweisung veranlasst. Camille Claudel kam nie wieder frei. Dreißig Jahre lang bat sie in Briefen um ihre Entlassung, und sie hat in dieser ganzen Zeit keine einzige Skulptur mehr geschaffen. Sie starb 1943 in einer Anstalt bei Avignon.

Heute stehen ihre Werke im Musée Rodin, gleich neben denen ihres Lehrers, und seit 2017 hat sie ein eigenes Museum in Nogent-sur-Seine, dem Städtchen, in dem sie als Mädchen zu modellieren begann. Die Welt hat sie wiederentdeckt, spät, aber gründlich. Geh jetzt den Quai de Bourbon ein Stück weiter und bieg rechts in eine Quergasse ab, hinein in die Rue Saint-Louis-en-l'Île, die Hauptstraße der Insel. Folge ihr nach Osten, bis über dir eine eiserne Uhr aus einer Fassade ragt.

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