Marché aux Fleurs Reine-Elizabeth-II: Blumen vor der Polizeipräfektur
Why is it significant?
Atme einmal tief ein: feuchte Erde, nasse Blätter, Rosen und irgendwo ein Hauch von Jasmin. Du stehst zwischen grünen Pavillons aus Gusseisen und Glas, aus denen Palmen, Orchideen und kleine Olivenbäume auf das Pflaster quellen, und gleich gegenüber thront ausgerechnet die Pariser Polizeipräfektur.
Key Facts
| Place | Marché aux Fleurs Reine-Elizabeth-II: Blumen vor der Polizeipräfektur |
|---|---|
| Address | Place Louis-Lépine, 75004 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.85550, 2.34770 |
| Audio Duration | ~3 min |
| Part of Walk | Paris zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine |
| Generated | Generated |
Atme einmal tief ein: feuchte Erde, nasse Blätter, Rosen und irgendwo ein Hauch von Jasmin. Du stehst zwischen grünen Pavillons aus Gusseisen und Glas, aus denen Palmen, Orchideen und kleine Olivenbäume auf das Pflaster quellen, und gleich gegenüber thront ausgerechnet die Pariser Polizeipräfektur. Blumen werden an diesem Ufer seit 1808 verkauft, seit einem Dekret aus der Zeit Napoleons. Davor war hier ein Gewirr aus mittelalterlichen Gassen, Höfen und Kirchlein, so eng, dass kaum Licht auf den Boden fiel. Die Pavillons, die du heute siehst, entstanden um 1900, und manche Händlerfamilien stehen hier seit Generationen zwischen ihren Töpfen, im Winter mit dicken Handschuhen, im Sommer mit der Gießkanne in der Hand. 2014 bekam der Markt einen ziemlich königlichen Namen: Marché aux Fleurs Reine-Elizabeth-II. Die britische Königin kam im Juni jenes Jahres zu ihrem letzten Staatsbesuch nach Frankreich, zum siebzigsten Jahrestag der Landung in der Normandie, und schlenderte dabei zwischen diesen Ständen hindurch. Die Stadt taufte den Markt ihr zu Ehren um... und so trägt ein Stück Paris heute den Namen einer englischen Monarchin. Vor ein paar Jahrhunderten wäre das undenkbar gewesen. Schau dich auf dieser Insel einmal bewusst um. Fast tausend Jahre lang war die Île de la Cité das eigentliche Paris: Königspalast, Kathedrale, Hospital, ein Dutzend Kirchen und Tausende Menschen in winzigen Häusern. Im 19. Jahrhundert ließ Baron Haussmann den größten Teil davon abreißen. Die Bewohner mussten gehen, und an ihre Stelle traten Kasernen, Gerichte und das neue Krankenhaus Hôtel-Dieu. Aus einem lebendigen Viertel wurde eine Insel der Behörden. Nur ein paar Schritte westlich, versteckt im Hof des Justizpalasts, leuchtet noch die Sainte-Chapelle mit ihren Glasfenstern, der letzte Rest des mittelalterlichen Königspalasts. Und die Metrostation Cité gleich am Markt hat bis heute einen der alten Jugendstil-Eingänge von Hector Guimard. Nur an einer Stelle, auf der Nordseite hinter der Kathedrale, hat ein Stück der alten Stadt überlebt. Genau dorthin gehen wir. Geh am Hôtel-Dieu entlang nach Osten über den Vorplatz von Notre-Dame, folge der Rue du Cloître-Notre-Dame an der Nordseite der Kathedrale, bis links die Rue Chanoinesse abzweigt. Dort begann eine der berühmtesten Liebesgeschichten Europas.