Hôtel Lambert & Square Barye: Der Bug der Insel

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Geh durch den kleinen Garten bis ganz nach vorn an das Gitter an der Ostspitze der Insel. Das Wasser teilt sich vor deinen Füßen, links und rechts zieht die Seine vorbei, und du stehst wie auf dem Bug eines Schiffes, das stromaufwärts fährt.

Key Facts

PlaceHôtel Lambert & Square Barye: Der Bug der Insel
AddressSquare Barye, Boulevard Henri-IV, 75004 Paris, France
Geo Coordinates48.85000, 2.36000
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Geh durch den kleinen Garten bis ganz nach vorn an das Gitter an der Ostspitze der Insel. Das Wasser teilt sich vor deinen Füßen, links und rechts zieht die Seine vorbei, und du stehst wie auf dem Bug eines Schiffes, das stromaufwärts fährt. Das ist der Square Barye, benannt nach einem Bildhauer, der für seine wilden Tierfiguren berühmt war.

Hinter dir, über den Baumkronen, erhebt sich das Hôtel Lambert, das größte und berühmteste Palais der Insel. Louis Le Vau baute es in den 1640er Jahren für den Finanzier Jean-Baptiste Lambert, und Charles Le Brun malte es aus, darunter eine prachtvolle Galerie mit den Taten des Herkules. Beide Künstler arbeiteten später für Ludwig XIV. in Versailles, und so wirkt das Hôtel Lambert ein wenig wie eine Generalprobe für das Schloss des Sonnenkönigs.

Im 18. Jahrhundert wohnte hier die gelehrte Émilie du Châtelet, die Newton ins Französische übersetzte, zeitweise gemeinsam mit Voltaire. Ihre Übersetzung von Newtons Hauptwerk gilt in Frankreich bis heute als die maßgebliche. Und ab 1843 gehörte das Palais der polnischen Fürstenfamilie Czartoryski. Nach dem gescheiterten Aufstand gegen den Zaren wurde es zum Mittelpunkt des polnischen Exils in Paris, mit Bällen, Basaren und Konzerten. Frédéric Chopin spielte in diesen Sälen. Da sind sie wieder, die Polen vom Quai d'Orléans.

Im Juli 2013, mitten in einer umstrittenen Renovierung für einen Besitzer aus Katar, brach unter dem Dach ein Feuer aus, und Teile der kostbaren Decken wurden schwer beschädigt. Die Restaurierung dauerte Jahre, und 2022 wechselte das Palais erneut den Besitzer, diesmal an einen französischen Unternehmer. Paläste auf der Île Saint-Louis waren eben schon immer eine Sache für die Reichsten der Reichen.

Bleib noch einen Moment am Gitter. Abends, wenn die Ausflugsboote ihre Scheinwerfer auf die Fassaden richten, wird diese Inselspitze zur Bühne. Dann geh am Südufer der Insel entlang, auf dem Quai de Béthune, nach Westen bis zur nächsten Brücke. Auf einem hohen Pfeiler wacht dort eine Frau über die Stadt, die einst Attila die Stirn geboten haben soll.

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