Isarauen an der Corneliusbrücke: Ein Fluss darf wieder wild sein

Why is it significant?

Geh ruhig bis ans Wasser und hock dich auf die runden Kiesel: Das Wasser ist erstaunlich klar, grünlich, kalt, es kommt direkt aus den Bergen, und an warmen Tagen liegen hier Leute auf Handtüchern, als wäre das ein Strand und nicht die Mitte einer Millionenstadt.

Key Facts

PlaceIsarauen an der Corneliusbrücke: Ein Fluss darf wieder wild sein
AddressCorneliusbrücke, 81541 München, Germany
Geo Coordinates48.12830, 11.58040
Part of WalkJenseits der Isar: Verborgenes München zwischen Praterinsel, Haidhausen und der Au
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Geh ruhig bis ans Wasser und hock dich auf die runden Kiesel: Das Wasser ist erstaunlich klar, grünlich, kalt, es kommt direkt aus den Bergen, und an warmen Tagen liegen hier Leute auf Handtüchern, als wäre das ein Strand und nicht die Mitte einer Millionenstadt.

Der Name Isar wird oft als die Reißende gedeutet, und das passt. Früher war sie ein Wildfluss, der sich ständig neue Betten suchte, Kies verschob und bei Hochwasser alles mitnahm. Beim großen Hochwasser von 1899 riss sie in München sogar Brücken ein. Im 19. und 20. Jahrhundert zwängte man sie deshalb in ein gerades Bett mit steilen Betonufern... sicher, aber tot. Dazu kam, dass Kraftwerke weiter oben viel Wasser ableiten, und seit Ende der 1950er-Jahre bändigt der Sylvensteinspeicher in den Bergen die schlimmsten Fluten.

Dann kam die Wende. Ab dem Jahr 2000 bauten Stadt und Freistaat die Isar auf rund acht Kilometern südlich des Deutschen Museums um. Die Betonkanten verschwanden, flache Kiesufer entstanden, Inseln, Buchten und Rampen, über die das Wasser rauscht. Der Hochwasserschutz wurde dabei sogar verbessert, nur eben versteckt, hinter den Ufern statt im Fluss. Seit dem Abschluss des Projekts gilt die Münchner Isar als Vorbild dafür, wie man einen Stadtfluss zurückgeben kann.

Und die Münchner haben das Geschenk angenommen. Im Sommer wird hier gegrillt, gebadet, gelesen. Auch die Natur ist zurückgekehrt: Biber nagen an den Weiden, und mit etwas Glück schießt ein Eisvogel als blauer Blitz über das Wasser. Weiter südlich kommen sogar noch Flöße an, große hölzerne Plattformen, die aus dem Oberland flussabwärts treiben, mit Blaskapelle und Bierfass an Bord... eine alte Handelsroute, die zur Gaudi geworden ist.

Nur eines darfst du nie vergessen: Die Isar bleibt ein Gebirgsfluss. Nach Gewittern in den Bergen steigt sie schnell, und die Strömung ist stärker, als sie aussieht. Steig jetzt wieder die Uferböschung hinauf und geh in die Au hinein, nach Osten zum großen Platz mit der neugotischen Kirche, dem Mariahilfplatz.

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